Kanaren News (El Hierro-La Gomera-La Palma)

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Donnerstag, 2. April 2015

Bananenanbau bleibt Exportmotor

Bananen aus palmerischer Produktion


Der Bananenanbau bleibt die Lebensader und Haupteinnahmequelle von La Palma.
 
Rund 70% der Inseleinnahmen werden durch den Export von Bananen (hier Plátanos genannt) erzielt. Der Tourismus folgt erst mit weitem Abstand und macht rund 18% des Umsatz aus. Auch auf den Westinseln Teneriffa, El Hierro und La Gomera werden Bananen angebaut. Hier stellen die Plátanos aus unterschiedlichsten Gründen aber nicht die wichtigste Einnahmequelle dar.

Es sind die optimalen Witterungsbedingungen mit ergiebigen Niederschlagsmengen die den Bananenanbau auf La Palma schon seit 150 Jahren zum absoluten Renner machen. Die Bananenanbau Plantagen über viel Quadratkilometer befinden sich im Nordosten bei Los Sauces/Barlovento und ... weiter

Montag, 15. Dezember 2014

Wassertank in Argual geborsten

Überschwemmung und Zerstörung auf der Westseite



Welche Kraft Wasser entwickeln kann, war gestern bei Argual in Los Llanos de Aridane zu sehen. Gegen 15.00 Uhr platzte zwischen Argual und Tazacorte einer der vielen Bananen Wassertank und ergoss seinen Inhalt nach Westen. Rund 30.000 Pipas Wasser (1 Pipa = 496 Liter) - also rund 15.000 m ³ - richteten eine Schneise der Verwüstung an (Fotos: Jorge Gonzales/ Bomberos). 8 Kraftfahrzeuge wurden durch die Wassermassen mitgerissen und teilweise beschädigt. Die tiefer liegenden Platanos-Plantagen wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Verbindungsstraße nach Tazacorte ist auch heute noch - wie das Cabildo mitteilt - nicht passierbar.

Verletzte gab es zum Glück nicht. Auch in den Plantagen ist am Sonntag arbeitsfrei, so dass keine Plataneros anwesend waren. Es war einer von vielen Bewässerungstank, die quer über die Insel verteilt sind. Meist im Bereich von Bananen Anbaugebieten wird hier Kanalwasser zur Bewässerung gespeichert. Auch diese, oft großen Becken, kommen in die Jahre und die Begrenzungsmauern bröseln. Ich bin mir nicht sicher, ob es überhaupt ein öffentliches Überwachungssystem und regelmässige Kontrollen dafür gibt. Es ist nicht der erste Tank der gebrochen ist, aber einer der Größeren. Bisher gab es nur begrenzte Schäden. Wasser übt einen immensen Druck auf die Umfassungsmauern aus. Oft werden diese Tanks nur mit normalen Bloges (Hohlblock) errichtet. Mit Eisenarmierung verstärkt und wasserdicht verputzt.

Das geborstene Wasserbecken in Argual und im Hintergrund die Cupalma Cooperative (Hochhaus).

Donnerstag, 8. Mai 2014

Transvulcania 2014 und das gelbe Ding

Marathon:

Der Lauf
Samstag, 10.05.14

17.11 Uhr - Auch bei den Damen steht nun die Siegerin fest: Anna Frost aus Neuseeland in 8.10 Std. 41 Sek. Eine alte Bekannte bei der Transvulcania auf La Palma.
Der Gewinner Luis Alberto Hernando stammt aus Burgos in Nordspanien. Er startete für das Team der "Guardia Civil".


13.53 Uhr - der Sieger steht fest - Luis Alberto Hernando in 6.55 Std. 41 Sek.


12.00 Uhr - und nach 50,9 km auf dem Roque de Los Muchachos führt Kilian Jornet

08.43 Uhr - Der erste Zwischenstand nach 26 km bei El Pilar
 
 



Nun ist es wieder soweit. Am Wochenende startet der 6. Transvulcania - Ultramarathon 2014 mit Starbesetzung. Die weltweit besten Läufer in dieser Disziplin treten auf La Palma an. Am Mittwoch war schon einmal Empfang (Bildmitte Inselpräsident Anselmo Pestana) mit den Siegern aus den vergangenen Jahren aus Schweden, Neuseeland, USA und Spanien. Über 5.000 Läufer starten in verschiedenen Rennen. Die Königsklasse der Ultramarathon über 73,3 km wird am kommenden Samstag um 6.00 Uhr am Leuchtturm von Fuencaliente im Süden gestartet.

Vor einem Jahr noch lag die gleiche Strecke von Süd nach Nord über die Vulkane bei offiziellen 83 km Länge. Geschrumpft wird sie nicht sein, nur hat man dieses Jahr das Maßband heraus geholt und nochmals genau alles vermessen. Knapp 10 km durfte man streichen. 73,3 km ist immer noch lange genug und das in 6 Stunden 54 Minuten. Diesen Streckenrekord schaffte der Vorjahressieger Kilian Jornet aus Nordspanien.
Bei einem Höhenunterschied vom Start bei 4 m über dem Meeresspiegel auf den 2426 m hohen Roque de Los Muchachos, hinunter nach Puerto de Tazacorte im Westen und zum Ziel in Los Llanos de Aridane. Insgesamt mit allem Auf und Ab rund 8.000 Höhenmeter.
Schon die Vorstellung einmal über alle Berge der Insel zu wandern und das am Stück, treibt mir Schweißperlen auf die Stirn. Gut in 2 Tagen würde ich das auch schaffen. Die Weltelite macht das aber in knapp 7 Stunden. Auch der Sieger von 2012 Dakota Jones aus Colorado/USA ist am Start.

Ob dieser alte Rekord am Samstag gebrochen werden kann, wahrscheinlich nicht. Starke Winde - Stürme bis 75 km/h sind auf den Berggipfeln angesagt. Käme der Wind aus Süden, dann hätten die Läufer kräftigen Rückenwind. Nach der AEmet Wettervorhersage kommt der Wind aber aus Nordosten und wird somit die Läufer bremsen. So wie auf dem Eumetsat- Satellitenbild von heute, treiben auch Wolken aus Norden über die Kanarischen Inseln. 5.000 Läufer und noch mehr Besucher erfordern auch eine entsprechende organisatorische Planung. Drei Rettungshubschrauber und über 400 Einsatzkräfte und Streckenposten sind am Wochenende im Einsatz.

Platano de Canarias ist der neue Hauptsponsor. ASPROCAN der Verband der kanarischen Bananenproduzenten unterstützt 2014 den Trail - Werbung für unsere Bananen.
Bereits am Flugplatz und im Hafen werden die Teilnehmer mit dem gelben Produkt in umweltfreundlicher Verpackung empfangen. Vielleicht verleihen die Proteine und Vitamine unserer Platanos den Läufern Flügel.
Die Kombination Banane mit Vulkanen und Marathon passt auf jeden Fall zusammen. Auch wenn es mit der Ruhe am Wochenende auf unseren Bergen vorbei ist, wenn 5.000 Läufer schnappend und nach Luft hechelnd über die Gipfel stolpern, ist diese Veranstaltung doch ein Aushängeschild für La Palma.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Vorweihnachtszeit - Der Baum, die Banane und die Autobar

Drei Dinge die keine Gemeinsamkeit haben aber trotzdem alle auf La Palma spielen. Fangen wir mit dem Baum - genau genommen dem Weihnachtsbaum der noch einen Zeitbezug hat an:


Da staunen selbst meine Gäste aus dem Norden heute Morgen. Ein richtig großer und schöner Weihnachtsbaum auf La Palma. Zu bewundern etwas versteckt im Patio der Casa Pinto in Santa Cruz, Calle Perez Brito Nr. 2 (neben Rathaus und Caja Canarias). Weihnachtsbäume haben keine Tradition auf La Palma. Zum einen gibt es hier keine Tannen oder Fichten, sondern nur die Kiefern mit ihren langen Nadeln und zum Zweiten ist die Belen - die Weihnachtskrippe das Symbol für Weihnachten. Erst mit dem verstärkten Eindringen der Nordeuropäer wird auch der Weihnachtsbaum seit 15 bis 20 Jahren salonfähig. Es sind natürlich keine echten Bäume, die müssten erst aus Festlandspanien importiert werden, sondern Plastikbäume. Vor etlichen Jahren hatte der Supermarkt San Martin echte Nadler im Angebot. Die sahen allerdings wegen der langen Transportzeit etwas abgemagert und mehr wie ein Baumgerippe aus. Das wollte man dann doch nicht dem heimatlichen Wohnzimmer zumuten. Der abgenadelte Skelettbaum würde vielleicht zur heutigen Krisenzeit passen, aber die "Crisis" gibt es im realen Leben schon an allen Orten. Daran muß man in den eigenen vier Wänden nicht auch noch erinnert werden. So verzichten viele auf den Baum oder greifen heute lieber zu Plastik.
 

 

Platano de Canarias


Das wichtigste Exportgut unserer Insel - die Platanos sollen als eigenständige Marke auf dem euröpäischen Markt plaziert werden. Die Bezeichnung "Platano de Canarias" wurde von der Kanarischen Dachorganisation der Bananenerzeuger - der ASPROCAN, nun offiziell zum europäischen Register PDO und PGIs angemeldet. Als besonderes Merkmal unserer Platanos wurde die Sorte Cavendish "Musa Acuminata Colla" mit ihrem einzigartigen Aroma, dem hohen Fruchtzuckeranteil, der niedrigen Stärke und dem intensiven Duft sowie den typischen dunklen Flecken ausgesucht. Sie sollen sich von den Ami-Bananen grundsätzlich durch Geschmack und Aussehen unterscheiden. Ob das gelingt werden wir in 6 Monaten sehen. Solange läuft die Einspruchsfrist für die Konkurrenten.

 

Moderne Zeit, globale Welt und die Kraken der EU

 
Durch den Geldzufluss aus den Kassen der EU in Brüssel hat sich in den vergangenen Jahren auf La Palma viel geändert und verändert. Wir haben neue und breite Strassen, neue Tunnels und Brücken und einen monströsen Flugplatz, den wir gar nicht brauchen. Viele Verordnungen und Vorschriften mussten der EU angepasst werden. Es gibt jetzt ordentliche Sanitäreinrichtungen in den Restaurants und der Postre (Nachtisch) darf jetzt nicht mehr in alten Mandarinendosen dem Gast serviert werden. Auch das Servicepersonal braucht eine Sachkundeprüfung über die Hygienegrundsätze, der Autofahrer einen Führerschein und für den PKW eine gültige ITV (TÜV) Plakette. Dinge die vor 20 Jahren beileibe nicht selbstverständlich waren.
Aber auch Dinge die den eigenen Charme und den Charakter unserer Insel ausmachten fallen den EU Normen zum Opfer. Wir wollten die Subventionen der EU und haben sie auch genommen und teilweise sinnlos verbraten, nun müssen wir auch deren Gesetze und Vorschriften annehmen und umsetzen. Ob wir wollen oder nicht - wir haben uns vertraglich dazu verpflichtet. So ist das einfach einmal in der EU-Gemeinschaft.
Auch Baulichkeiten und ehemals schwarz errichtete Hütten die als urige Bars oder Insider "Restaurant" galten, mussten teilweise weichen oder wurden einfach abgerissen. Dort wo Jahrzehnte lang der Arm des Gesetzes Gnade wallten lies und ein Auge oder auch Beide zudrückte, griff nun die Küstenbehörde durch.
Zu diesem Thema ging mir eine Mail zu, das ich gerne zur Diskussion stellen möchte:
 
"Letzte Woche waren wir wieder einmal auf La Palma. Und wie jedes Mal wollten wir uns auch diesmal den leckeren Fisch in stimmungsvoller Atmosphäre an der seit Jahren dort ansässigen Autobar von Dona Croqueta am Faro de Fuencaliente schmecken lassen.
Den Fisch haben wir zum Glück noch einmal bekommen. Ob dies in Zukunft noch so sein wird, ist jedoch mehr als fraglich. Wie wir erfuhren, muss die Inhaberin der Autobar voraussichtlich diese Woche schließen. Der Grund sind Auflagen der örtlichen Politik, welche wahrscheinlich im direkten Zusammenhang mit dem augenblicklich im Bau befindlichen und von der EU mit 200.000 Euro subventionierten Restaurants der Salinenbetreiber steht. Die örtliche Politik fordert von der Inhaberin, dass sie ihren Windschutz und die aufgestellten Plastiktische und Stühle entfernt und nur noch eine Zunahme der Speisen und Getränke an der Theke der Autobar möglich sein soll.
So kann man eine Existenz, die ohne steuerliche Subventionen auskommt und in den Sommermonaten sogar noch eine Aushilfe beschäftigt, auch auf die kalte Art beseitigen und unliebsame Konkurrenz für das Restaurant im Vorfeld ausschalten.
 
Dieses Vorgehen der örtlichen Politik ist nicht nur in Hinblick der Verwendung oder besser Verschwendung öffentlicher Fördergelder eine Sauerei. Mit dem Verlust der Autobar von Dona Croqueta verliert La Palma sicherlich auch ein spezielles kulinarisches Hightlight im Tourismusbereich. Dass der Neubau des Restaurants in einem ausgewiesenen Naturschutzgebiet liegt, ist dabei nur ein weiterer Aspekt, der hinterfragt werden sollte." 

 

Freitag, 2. September 2011

Mitbringsel aus La Palma blüht in Pfäffingen

Alles Banane im Ammertal. Ein Reportage aus dem schwäbischen Tagblatt - Pfäffingen.
Auf den Kanarischen Inseln fiele sie nicht weiter auf. Im Ammertal, genauer gesagt in Pfäffingen, ist eine Bananenstaude im Garten allerdings eine echte botanische Rarität. Auf stolze fünf Meter Höhe bringt es die tropische Pflanze, die das Ehepaar Erika und Willy Aicheler vor 15 Jahren von einem Urlaub in La Palma mitgebracht hatten.
Um das kanarische Souvenir heil durch den schwäbischen Winter zu bringen, bauen die beiden der Bananenpflanze im Herbst immer ein eigenes kleines Haus. Dennoch dauerte es eine Weile, bis der Fremdling in Pfäffingen so heimisch wurde, dass er seinen Gastgebern die gärtnerische Sorgfalt mit Blüten dankte.
Doch in diesem Jahr blüht die Staude nun schon zum fünften Mal. Ihre Bananen müssen die Aichelers allerdings weiter kaufen. Denn die Pflanze setzt erst so spät im Jahr Blüten an, dass die Früchte vor dem Beginn der kalten Jahreszeit im Ammertal nicht mehr reif werden. Zum Orginalbericht Tagblatt.de