Kanaren News (El Hierro-La Gomera-La Palma)

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Donnerstag, 9. Mai 2013

Vulkan - erstarrte Zeitzeugen

NEWS:

Zum Llano del Banco führte heute am 5. Tag der La Palma Exkursion unsere Vulkanwanderung. Durch einen zunächst dichten Kiefernwald mit einigen steilen und rutschigen Passagen öffnet sich plötzlich wie eine Lichtung der hier im Oberlauf noch eng begrenzte Lavastrom. Durchzogen von Höhlen und Lavaröhren liegt der erstarrte Strom in einem tief eingeschnittenen Bett.

Vieles gibt es zu entdecken und zu ertasten. Bizarr geformte Lavastücke in allen erdenklichen Farben haben diese Landschaft geprägt. Vor etwas mehr als 60 Jahren (Ausbruch 1949) war diese Lava noch glühend heiß und flüssig und schoss in einem Strom hier nach unten. Jetzt kann direkt das Naturwerk bestaunt und aus der Nähe bewundert werden.
 
In der besuchten Lavaröhre hängen die Lavatropfen wie Stalaktiten von den Wänden und der Decke herab. Der Erstarrungsprozess muß 1949 sehr schnell von statten gegangen sein. Es sind eingefrorene Zeitzeugen und lassen die Gedanken und die Diskussion um deren Entstehung kreisen. Damit ist nach 5 Touren die La Palma Woche abgeschlossen. Ich denke alle Teilnehmer (wechselnd) haben eine erlebnisreiche und interessante Zeit erlebt.
Bei entsprechenden Interesse werde ich auch in Zukunft wieder etwas Ähnliches organisieren. Zurück bleiben Erinnerungen und hoffentlich bleibende Eindrücke von unserer schönen Vulkaninsel.
 

Mittwoch, 8. Mai 2013

Exkursion - Vulkane im Süden

NEWS:

Bei unserer 4. Etappe "Exkursion La Palma" drehte sich heute alles um junge und auch ältere Vulkane. Die erste Station war unser Vorzeigevulkan "San Antonio" bei Fuencaliente im Süden. Offiziell im Jahre 1677 ausgebrochen - tatsächlich aber bereits 2000 v. Chr./ 1677 brach nur ein Nebenkrater aus - wanderten wir den Kraterrand ab. Weiter ging es zum etwas tiefer liegenden "Teneguia" (Ausbruch 1971 Bild unten). Deutlich waren die Schwefeldämpfe bei nur schwachem Wind und gleißend hellem Sonnenlicht zu riechen. Vor 15 Jahren konnten im Krater noch die heißen Dämpfe gefühlt werden. Heute sind diese Stellen erkaltet.

Im angrenzenden Bereich sind Nebenkrater des Teneguia und alte Vulkankegel von früheren Eruptionen zu sehen. Es ist eine typische Vulkanlandschaft mit bunt gefärbtem Lavaauswurf. Die Farben grau und weinrot überwiegen. Eine auf den ersten Blick unwirkliche Mondlandschaft. Im Hintergrund (grün) wird als Pionier und überhaupt erste Kulturpflanze auf der jungen Lavaschicht unser "Teneguia- Wein" angebaut. Besonders schöne Lavabrocken - die so genannte Stricklava - wird auch für künstlerische Objekte, wie links die Bühnenrückwand  auf der Placeta Glorieta verbaut.

Der lange Lavastrom des Vulkan San Juan (Ausbruch 1949) zieht sich wie eine Schlange von der Bergspitze bis zum Meer. In Erinnerung und zum Dank, daß keine Menschenopfer zu beklagen waren, wurde ein Denkmal der Hl. Fatima bei San Nicolas auf der Westseite errichtet. Dieser Lavastrom wird Morgen im oberen Eruptionsbereich Ziel unserer Vulkan Wanderung sein.

Schnee oder Eis auf La Palma? Eine Straße ganz in weiß. Auch kein weißer Sand, den gibt es hier nicht - sondern Salz. Meeressalz auf der Zufahrt zur Saline von Fuencaliente. Wahrscheinlich überschüssiges oder verunreinigtes Material. Jährlich werden hier ca. 600 t Meeressalz gewonnen. Das Salz erreicht die Verbraucher auf den Kanarischen Inseln und die Spezialität, das "Flor de Sal" auch die Feinschmecker in Deutschland.

Montag, 22. April 2013

Wander und Ausflugprogramm "Exkursion Mai 2013"

NEWS: Es ist so heiß. Heute hatten wir über 32°C bei nur geringer Luftfeuchtigkeit. Die Straßen sind am Tage wie ausgestorben. Alle suchen den Schatten. Diese Hitzeperiode soll noch die nächsten Tage anhalten.


 
Unser kleines Ausflugs- und Wanderprogramm für Natur- und Vulkanfreunde vom 4.-9. Mai 2013 steht. Vorgesehen ist der Besuch des Observatorium auf unserem höchsten Berg, dem Roque de los Muchachos mit Innenbesichtigung einer Sternwarte. Wanderung auf der Vulkanroute zum Eruptionskrater Hoyo Negro und dem Lavasee La Malforada. Besuch des Vorzeigevulkan San Antonio im Süden und unserem jüngsten Vulkan Teneguia (Ausbruch 1971). Besichtigung einer Lavaröhre (Bild links) unterhalb des Kraters Llano del Banco und Wanderung durch die Sandwüste "Llano del Jable" (Foto unten).
 
Auch die Kultur kommt nicht zu kurz. Stadtführung durch die Hauptstadt Santa Cruz, Besuch des Inselheiligtum "Virgen de las Nieves", Blick in eine Puro (Zigarren) Manufaktur, Weinprobe in einer typischen Bodega oder der Besuch der Keramik-Mühle in Mazo und noch einiges mehr.
Kurz - ein vielseitiges Programm. Wer sich der kleinen Gruppe noch anschließen möchte, schickt mir eine Mail: La.Palma@web.de  
 

Freitag, 12. April 2013

Die Königin der Meere

NEWS:

Das Kreuzfahrtschiff die "Queen Elizabeth" besuchte heute La Palma. Es ist nicht das größte Schiff - aber wohl der bekannteste Kreuzer. Der Name stand immer schon für Komfort, Tradition und Luxus. Die Schiffstaufe der nun mittlerweile 3. Queen Elizabeth der Cunard Line, fand am 11. Oktober 2010 statt. Bei einer Länge von 294 m, einer Breite von 32 m und 8m Tiefgang fasst sie 2068 Passagiere und 1045 Besatzungsmitglieder. Die Baukosten betrugen über 500 Millionen Euro. Sie befindet sich seit 7.4. bis 19.4.2013 auf ihrer Kreuzfahrt um die Kanarischen Inseln.
Wer etwas zur Queen Elizabeth Nachlesen möchte hier ein Artikel aus Focus-Online.
 

Wandern auf La Palma (Vulkan Exkursion Mai 2013)

Da die ursprünglich für die Insel El Hierro geplante Mai 2013 Tour, auf September verlegt werden musste, werden wir im kleinen Rahmen vom 5.5. bis 19.5. 2013 hier auf La Palma uns die Vulkane und andere interessante Schönheiten näher unter die Lupe nehmen.

In dieser Zeit organisiere ich 3 bis 4 Tagesausflüge mit dem Schwerpunkt vulkanische Vergangenheit.

Wir schauen uns den jüngsten Vulkan Teneguia im Süden (Ausbruch 1971), unseren Vorzeigevulkan San Antonio, den 1949 ausgebrochenen San Juan und natürlich den größten Senkkrater der Welt, die Caldera de Taburiente an.
Auch ein Besuch der zweitgrößten Sternwarte, dem Observatorium auf unserem höchsten Berg, dem Roque de los Muchachos, evtl. mit Besichtigung einer Forschungseinrichtung von Innen, ist vorgesehen.

Der Besuch in einer Bananenplantage und einer Bananenpackerei, eine Keramikwerkstatt die nach altem Brauch auch heute noch Tontöpfe herstellt oder der Blick über die Schulter eines Zigarrendrehers in einer Puro-Manufaktur.
Auch ein gemütlicher Bodegabesuch mit heimischer Weinprobe steht auf dem Programm. Eine Mischung aus den schönsten und interessantesten Highlights aus meinem Repertoire.
Etwas Wandern, die Natur genießen, Sitten und Bräuche kennenlernen und etwas Fachsimpeln. Einfach ein lockeres Programm ohne Zeitzwänge.

Wer sich noch der Gruppe anschließen möchte, schickt mir bitte eine Mail an La.Palma@web.de.
Falls die genaue Aufenthaltsdauer und das Hotel/Appartement bereits bekannt ist, bitte auch diese Daten. Den näheren Ablauf und die Kosten erhalten Sie von mir dann per Mail.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Vulkan El Hierro - in aller Munde

Wohl noch nie, wurde in der Presse und im Fernsehen, soviel über unsere kleine Nachbarinsel El Hierro geschrieben und berichtet. Auch die deutschen Medien überschlagen sich mit Meldungen:

"Fast 9000 Erdbeben auf El Hierro" - "Alarmstufe Gelb" -  "Verteidigungsministerin: Alle vorbeugenden Maßnahmen für El Hierro getroffen" - "Panik und Evakuierung"

Das sind die Schlagzeilen, die den Leser und Hörer anlocken sollen. Vieles ist übertrieben, unvollständig oder aus Unwissenheit vergessen worden.

Soviel Ruhm und Aufmerksamkeit hat man in den vergangenen Jahrhunderten dem kleinen Inselchen noch nie zukommen lassen.
- Ein zweifelhafter Ruhm ? -

Wer besucht schon eine Insel auf der ein Vulkanausbruch ansteht. Wahrscheinlich nur Vulkanologen und Abenteurer,  - aber der normale Urlauber? Jetzt sicher nicht.

Sehen wir es einmal positiv: El Hierro wird bekannt. Viele erfahren erst jetzt, daß es überhaupt noch eine Insel El Hierro auf den Kanaren gibt. Wenn nun verstanden wird, die Schönheiten und die Ruhe die diese Insel ausstrahlt hinüber zu bringen, dann stehen dem Tourismus nach dem Abklingen oder dem Ausbruch des Vulkans, goldene Zeiten bevor - und das meine ich ernst.

Eine von mir gestartete Umfrage - Wer würde jetzt Urlaub auf El Hierro machen wollen? - läuft noch bis kommenden Sonntag.
Wie sich bereits jetzt abzeichnet, mit einem überraschenden Ergebnis. Wer mit abstimmen möchte, geht auf  Elhierro1.blogspot.com

Hier ein Auszug von heute:

El Hierro: Ruhestörung bei Nacht



... oder wenn der Vulkan anklopft.

Es ist schon irgendwie verhext. Immer zu Nachtzeiten ereignen sich die kräftigsten Erdbeben. Heute morgen um 2.10 Uhr wurden wieder viele Herrenos aus den Betten gerüttelt. Ein Beben der Stärke 3,6 auf der Richterskala, an der Küste im Süden, nahe beim Ort La Restinga ließ die Insel zittern.


La Restinga liegt am Südzipfel von El Hierro. Die roten Punkte kennzeichnen die letzten Erdstöße. Hier fand auch (siehe <<<) der starke nächtliche Erdstoß statt.
Auf der Grafik ist schön zu sehen, wie sich die Beben von Nordwesten über den Golfo Halbkrater, nun nach Süden verlagert haben. Das hat aber nicht auch zu bedeuten, daß sich dort das evtl. Event ereignet und die Fortsetzung hier.





Mittwoch, 28. September 2011

Auf El Hierro wird es langsam ungemütlich

Die Anzahl und Stärke der Beben unter El Hierro hat seit gestern kräftig zugenommen. Der stärkste Erdstoß erfolgte gestern mit 3,8 auf der Richterskala. Aber auch heute morgen um 5.00 Uhr erreichte ein Beben die Stärke 3,3.
Allles zu den Vulkanaktivitäten auf meinem El Hierro-Blog.




Samstag, 24. September 2011

Höhere Vulkan Alarmstufe auf El Hierro

Heute wurde vom Gobierno de Canarias (Kanarischen Regierung) die Warnstufe auf "Gelb" für die Insel El Hierro angehoben. Aufgrund der vielen Erdstöße über einen längeren Zeitraum, die auch in den letzten Tagen stärker wurden, besteht die Möglichkeit eines baldigen Vulkanausbruchs. Weitere Einzelheiten auf elhierro1.blogspot.com

Montag, 12. September 2011

Lavastudie auf La Palma

Interessant zu beobachten ist der Gesteinsaufbau der östlichen Kanaren Inseln. Wie hier auf den Fotos, von mir gestern bei Barlovento auf La Palma geschossen.



Durch Strassenarbeiten werden zur Zeit im Norden von La Palma vulkanische Strukturen der Entstehungsgeschichte freigelegt. Es handelt sich um die nördliche Aussenwand der Caldera de Taburiente. Ein alter Vulkan, - wahrscheinlich der erste der zur Entstehung La Palma`s vor 1-2 Millionen Jahre beitrug. Gut sind die einzelnen Lavaschichten zu erkennen, die von unterschiedlichen Ausbrüchen stammen. Verblüffend die krassen Farbunterschiede, die von rot über hellgrau in tiefes schwarz wechseln. Das ganze sieht wie ein Kohlenfloss, mit Hohlräumen und Höhlen, aus. Wahrscheinlich ein Lavakanal ... weiterlesen auf El Hierro

Freitag, 2. September 2011

Diebstahl von Vulkan- Überwachungsanlage

Es grenzt schon an Dummheit, - oder besser an vorsätzliche und bewusste kriminelle Energie, eine Überwachungsanlage zur Messung der Vulkanaktivität abzubauen und zu stehlen. Steht diese Anlage doch nicht zum Selbstzweck, sondern zum Schutze der Bevölkerung und der rechtzeitigen Warnung vor einem Vulkanausbruch, an der exponierten Stelle.

Geschehen ist dies nicht auf El Hierro sondern auf La Palma. Auch hier gibt es aktive Vulkane die ständig überwacht werden müssen.
Gestohlen wurde das 35 000.- € teuere Überwachungsgerät auf dem Pico Birigoyo im Cumbre Vieja Gebiet. Es misst diffuse Emissionen von Kohlendioxid, die ständig aus der Vulkan Oberfläche austreten und ein wichtiger Parameter für die Frühwarnung der Einwohner darstellen.

Das zuständige Technologische Institut ITR appeliert an den Täter, das entwendetete Gerät umgehend zurück zu geben, da es für ihn keinen großen Nutzen darstellt. Vielleicht möchte der Dieb in seinem Vorgarten eine eigene Vulkan Frühwarn-Anlage errichten. Dies würde jedoch nicht lange unentdeckt bleiben. Eine psychatrische Untersuchung des Täters wäre sicher dann auch angebracht.

Donnerstag, 11. August 2011

Ausbruch des Vulkan Teneguia 1971 auf La Palma

Der letzte Vulkanausbruch auf den Kanarischen Inseln erfolgte 1971 an der Südspitze der Insel La Palma. Fast 3 Wochen spuckte der Teneguia Lava und Asche aus. Hier im Video sind die dramatischen Ereignisse oder heute für den Betrachter die Faszination des Ausbruches zu sehen.

Mittwoch, 10. August 2011

Weitere Erdstösse auf der Nachbarinsel El Hierro

Die Erde unter dem Golfotal auf der Nachbarinsel El Hierro kommt nicht zur Ruhe. Nach Tagen relativer Stille, ereignen sich seit dem Wochenende wieder täglich über 150 Erdstösse. Die Stärke liegt wohl meist unter 2,0 auf der Richterskala und ist damit kaum bemerkbar. Aber die rasche Abfolge der Beben ist ungewöhnlich.


Schwache Erdbeben ereignen sich auf den Kanaren ständig. Meist auf den westlichen Inseln Teneriffa, La Palma, El Hierro und La Gomera. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprung und durch Meeresvulkane entstanden. Normal werden im Jahresverlauf auf allen Inseln zusammen ca. 1000 Beben registriert. Diese Zahl erreichen wir im Moment alleine auf El Hierro innerhalb weniger Tage und das ist schon bedenklich. Alle Erdstösse werden im Gebiet des Golfotales, also auf der Nordwestseite von El Hierro gemessen.


Das Golfotal, und damit habe ich mich 2010 bei den Recherchen zu meinem Buch " Geheimnisvolles El Hierro" intensiv beschäftigt, entstand vor erst 20.000 Jahren aus dem Hauptvulkan der Insel. Durch einen gigantischen Erdrutsch, der einen Tsunami auslöste, mit schweren Folgen bis in die Karibik, entstand dieser Halbkrater. Der Vulkan ist nach wie vor vorhanden, jedoch auf der Inseloberfläche kaum mehr sichtbar.
Genau in diesem Kraterkessel werden die jetzigen Erdbeben festgestellt.

Die Grafik verdeutlicht die Quelle, also den Ausgangspunkt der Beben. Die Mehrzahl kommt aus einer Tiefe von 10 - 12 km.
Es wird vermutet, daß sich zur Zeit große Lavamassen im Untergrund verschieben und dadurch Erdstösse auslösen. Durch die Verlagerung von Lava in neue Magmakammern entsteht neuer Druck, der sich im Extremfall nach oben entladen kann. Wie ein Ventil würde sich die Erdkruste öffnen und ein neuer Vulkan entstehen.
Es bleibt also interessant die weitere Entwicklung zu verfolgen. Mehr als Beobachten ist zur Zeit nicht möglich.
Wer sich über den aktuellen Stand informieren möchte, sei die Seite AVCAN empfohlen, der auch die Grafik entnommen wurde.


Samstag, 28. März 2009

Lavakanal zwischen Afrika und den Kanaren

Über 1000 Kilometer erstreckt sich ein gigantischer Lavakanal von den Kanarischen Inseln bis zur Mittelmeerküste Nordafrikas. Bis vor etwa 500.000 Jahren wälzten sich durch diesen 250 Kilometer breiten Tunnel flüssige Gesteinmassen, die von den Vulkanen im Atlas-Gebirge ausgestoßen wurde. Zu dieser Erkenntnis kamen Kieler Geowissenschaftler, die erstaunliche Ähnlichkeiten in Gesteinsproben von den kanarischen und den afrikanischen Vulkanen entdeckt haben. Ihre Ergebnisse, die auch jüngere Vulkanausbrüche auf Lanzarote und das verheerende Erdbeben 1960 in Agadir erklären helfen, veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift "Geology".
"Die Quelle der Vulkane in Nordwest-Afrika liegt jenseits von Afrika im Atlantischen Ozean", sagt Svend Duggen vom Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) in Kiel. Den Schlüssel für diese Erklärung fand der Geoforscher zusammen mit seinen Kollegen im chemischen Fingerabdruck der erstarrten Lavamassen. Sowohl auf den Kanaren als auch im Atlas-Gebirge weisen die Gesteine fast identische Isotopen-Anteile von Elementen wie Blei, Strontium, Lanthan oder Neodym auf. Alle haben ihren Ursprung in einem so genannten Hot-Spot, durch den noch heute aus bis zu 2900 Kilometer Tiefe Magma zur Oberfläche wandert. Dieser Schlot ließ in den letzten 70 Millionen Jahren das heutige Urlaubsparadies der Kanarischen Inseln, aber auch über Verzweigungen die Inselgruppen der Azoren und der Kapverden entstehen.
Auch wenn sich der gigantische Tunnel noch heute durch den oberen Erdmantel in 60 bis 300 Kilometer Tiefe erstreckt, gelten die Atlas-Vulkane längst als erloschen. Doch der Hot-Spot fördert noch immer flüssiges Gestein an die Erdoberfläche und führte zuletzt 1971 zum Ausbruch des Vulkans Teneguia an der Südspitze von La Palma. "Aber das Atlas-Gebirge hebt sich noch heute", sagt Duggen. Verantwortlich seien Bewegungen im oberen Erdmantel, zu denen auch Magmamassen im Lava-Tunnel beitragen könnten ... weiterlesen