Sonntag, 20. April 2014

Brauchtum:


Ein Ei - ein Osterei. Erst die Farbe und Bemalung macht ein normales Hühnerei zu einem Osterei. Ein alter Brauch aus Nord- und Mitteleuropa, der hier auf La Palma unbekannt ist.

Die abgebildeten Ostereier dürften allerdings auch in Deutschland kaum bekannt sein. Kleine Kunstwerke für die meine Frau Marie zur kunstvollen Verzierung ganze Nächte opferte. Genau genommen sind es keine Eier - zumindest keine Hühnereier, sondern Lebkuchen- Eier. Eine alte böhmische Tradition die wir auch hier pflegen.

Genauso wie die mit Wachs verzierten echten Hühnereier (links).

Ich erinnere mich immer wieder daran, als ich meiner palmerischen Freundin Montse vor Jahren ein Osternest mit einem Schokohasen überreichte. Erstaunte Blicke erst aufs Nest - dann zu mir.
"Ja das ist der Osterbrauch in Deutschland. Der Osterhase bringt bunte Eier".
Jetzt wurden ihre Augen noch größer und fragender. Montse:  "Ich wusste gar nicht, dass bei euch das Conejo (dt. Kaninchen) Eier legt".

Das konnte ich dann aufklären. So lässt sich auch erklären, dass oft noch im November in den Supermarktregalen die nicht verkauften Schokohasen stehen. Auf Nachfrage für nordeuropäischen Kunden angeschafft, aber für viele Palmeros nicht dem eigentlichen Zweck - dem Osterfest, zu zuordnen.

Es lässt sich überhaupt nicht leicht erklären, warum gerade der Hase die bunten Eier bringt. Genauso wenig einleuchtend wie am Heiligen Abend das Christkind Geschenke unter dem Tannenbaum platziert.
Hier auf La Palma werden die Weihnachtsgeschenke von den Heiligen Drei Königen am 5. Januar überreicht. Im Grunde auch viel logischer.
So hat jede Kultur ihre eigenen Sitten und Gebräuche. Eine Vermischung alter heidnischer Bräuche und unserer neuzeitlich christlichen Vorstellung.
Von dem amerikanischen Coca-Cola Santa Claus (war ursprünglich eine Werbefigur) oder dem Halloween erst gar nicht zu reden.

Samstag, 12. April 2014

Das Wetter, die Regatta und die Suche

NEWS:

Feucht soll es werden am Wochenende. Ein Wolkenband zieht von Süden über La Palma hinweg ( siehe Eumetsat Aufnahme). Erwartet werden nach der staatlichen AEmet Niederschläge bis zu 60 Liter/m²  innerhalb von 12 Stunden. Auch der südliche Wind kann bis auf 75 km/h Auffrischen. Die Wetterwarnstufe wurde für den Südteil und den Osten der Insel auf "Gelb" gesetzt. Die Schneefallgrenze fällt auf 2600 Meter - wird aber unserem höchsten Berg, dem Roque de Los Muchachos (2426 m), keinen Schnee bescheren. Im tieferen Küstenbereich sollen wir Temperaturen von 17 bis 20° haben.
Im Augenblick (11.30 Uhr) ist es im Osten bewölkt, aber kein Regen und fast Windstille. Anfang nächster Woche wird der Wind weiter aus Süden kommen, aber mit Normalmaß und ohne Regen.

Eine Regatta - die La Transat AG2R LA MONDIALE - mit 15 Schiffen, bewegt sich gegen den Südwind weiter auf La Palma zu. Gestartet wurde am 6. April 2014 in Frankreich. Morgen am Sonntag sollen die ersten Boote den Hafen von Santa Cruz de La Palma erreichen. Ob das gelingt, liegt am Wind. Aktuell haben die Spitzenreiter bereits die Insel Madeira (Karte links) passiert. Über insgesamt 3890 km verläuft der Gesamtkurs.

 
Nach dem vor über zwei Wochen bei einer nächtlichen Seenot- Rettungsübung abgestürzten SAR Helikopter vom Typ Aerospatiale AS 332 Super Puma des Squadron 802 wird immer noch gesucht. Der Hubschrauber ist mit vier noch vermissten Besatzungsmitgliedern südlich von Fuerteventura ins Meer gestürzt. Das Wrack wird in 2.500 m Tiefe vermutet.
Das Vermessungsschiff Malaspina A-31 der Marine versucht zur Zeit mit seinem Sonarsystem die Lage des Wrack zu orten. Bislang sei aber noch nichts gefunden worden, berichten Quellen der Marine. Warum nicht gleich das Forschungsschiff Ángeles Alvariño des Instituto Español de Oceanografía (IEO), das mit modernsten Sensoren zur baythymetrischen Messung und Ortung ausgestattet ist eingesetzt wurde, ist nicht bekannt. Es kreuzt im Augenblick auf den Kanaren.

Erwartet wird nächste Woche noch ein Bergungsschiff der US amerikanischen Firma Phoenix International Holdings. Es war bei der Suche nach dem Flugzeug aus Malaysia im Indischen Ozean im Einsatz und soll nun bei der Suche und Bergung des Helikopter helfen. Auch dieses Schiff ist mit einem Unterwasserroboters des Types ROV Remora ausgestattet.

Dienstag, 8. April 2014

Kunst Avant-Garde in Santa Cruz

Aktuell:

Ihre Kunst der besonderen Art stellt Undine (Bildmitte) noch bis zum 15. April 2014 in der Sala O`Daly in Santa Cruz de La Palma aus. Eigenwillige Kompositionen mit einem tieferen Sinn sollen den Besucher fesseln, entzücken und zum Nachdenken anregen.

Die Ausstellung ist von 11.00 bis 14.00 und 17.00 bis 19.30 Uhr in der Calle O`Dally 4 - gegenüber dem Ayuntamiento - zu bewundern.

Montag, 7. April 2014

NASA Satellitenaufnahme des Jahres 2014

NEWS:



Your 2014 Tournament: Earth Winner - Trailing the Canaries. Soeben von der NASA gekürt und veröffentlicht.

Ein Spiel von Licht und Wasser mit Nuancen die kein Fotograf so gestalten kann. Die Natur als Ideengeber und Künstler.
Eingefangen vom MODIS Spektroradiometer auf dem NASA-Satelliten Terra am 15. Juni 2013.
Der Nordost Passatwind zeigt auf der windabgewandten Seite der Kanarischen Inseln den schwänzelnden Strömungsverlauf im reflektierenden Sonnenlicht.

Und wieder einmal stehen nach dem Eldiscreto-Vulkan von El Hierro 2012 - die Kanaren auf dem NASA Siegerpodest. Dieses Mal in ihrer Gesamtheit.

Fasziniert wird nicht nur der Besucher am Boden von jeder Insel, sondern schon der Blick aus dem Weltall aus mehreren hundert Kilometer Höhe zeigt das Besondere dieses Archipel.

Ich könnte jetzt dazu noch einiges Schreiben ... aber, ... wir freuen uns natürlich und sind stolz auf unsere Inseln.

Mittwoch, 2. April 2014

CONDOR - eine logistische Meisterleistung

NEWS:
Mit einem Tag Verspätung kamen heute Nachmittag innerhalb von 2 Stunden, die gestern versprengten 5 Condor Flugzeuge auf La Palma an.
Auf Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura mussten die Gäste wegen der widrigen Fallwinde die letzte Nacht verbringen. Während in Deutschland gestreikt wird, fliegen bei uns fleißig die Maschinen. Es waren nicht nur die deutschen Flugzeuge, sondern auch die insularen Binter Maschinen die ihre wartende Kundschaft abliefern mussten.

Endlich wurde wieder einmal unser Flugplatz zur "Drehscheibe" und für 2 Stunden seinen baulichen Ausmaßen gerecht.

Es ist sicher eine logistische Herausforderung mit entsprechenden Zusatzkosten, mindestens 750 Fluggäste innerhalb weniger Stunden in einem fremden Hotel auf einer Nachbarinsel unterzubringen und zu verköstigen. Dazu kommen dann noch einmal die Gäste die eigentlich gestern zurück in ihre Heimat fliegen wollten. Also rund 1500 oder mehr Passagiere, wenn ich eine Kapazität von 150 Personen pro Flugzeug schätze.



Kosten - die wahrscheinlich Condor tragen darf. Auch standen die 5 Flugzeuge für keine anderen Flüge in diesen zwei Tagen zur Verfügung. Ein Verlustgeschäft für die Airline. Es ist dann auch zu verstehen, dass das Interesse La Palma anzufliegen bei den Fluggesellschaften nicht allzu groß ist. Dieses Spiel wiederholt sich regelmäßig 2 bis 3 x in den Wintermonaten.
 
Es ist einfach unsere steile Insellage die einen Urlaub auf La Palma oft zu einem besonderen Erlebnis macht und für manchen Gast auf einer vielleicht für ihn fremden Nachbarinsel beginnt.

Dienstag, 1. April 2014

Fallwinde und keine Condor aus Deutschland

NEWS:

Das ist mein - schon fast komfortabler Blick - auf unseren Flugplatz. Vom Schreibtisch aus entgeht mir kaum eine Bewegung auf unserem übergroßen International Airport. Den ganzen Tag herrschte dort unten Ruhe. Keine der 5 Condor-Maschinen aus Deutschland konnte bis jetzt landen. Auch der insulare Flugverkehr ist lahm gelegt.


Die auf dem Foto geparkte Binter wartet schon seit den frühen Morgenstunden auf eine Wetterbesserung. Es liegt in der Entscheidung des Piloten ob gelandet oder gestartet wird.

Nur die Thomas Cook aus Brüssel wagte sich um die Mittagszeit auf den Boden. Auch wenn der Start (Foto) mehr schlecht als recht ab lief, war sie neben einer Binter in den frühen Morgenstunden, das einzige Flugzeug heute. Es sind die unberechenbaren Fallwinde aus den Bergen die vor allem eine Landung zum Risiko werden lassen.
Einige Maschinen - Iberia und Condor - haben einen Landeversuch unternommen. Schnell wurde den Piloten aber klar, dass es keine gute Idee ist heute hier zu landen. Sie sind "Durchgestartet" und weiter Richtung Osten auf eine Nachbarinsel geflogen.
Ob gegen Abend ein neuer Anflugversuch unternommen wird, entscheiden die Windverhältnisse.


So liegen heute die Passatwolken über dem Flugplatz (Foto unten). Normal entstehen sie erst bei Annäherung an die auf der Aufnahme hinter mir liegenden Berge. Der Gegendruck durch den starken Westwind (im Rücken) treibt sie aber vor die Insel. Unter diesem Wolkengebilde muss der Westwind durch. Das sind dann die Fallwinde die heute mit geschätzten 100 km/h wie in einem Windkanal die Barrancos herunter rasen.
Nach der AEmet Wettervorhersage soll es bis Morgen-Vormittag so weiter gehen.