News aus dem Hafen von Santa Cruz

Freitag, 18. Juli 2014

Mysteriöse Löcher am Meeresstrand

Punta del Poris




Geheimnisvolle Löcher mit Trittstufen am 100 Meter entfernten Sandstrand. Von Menschenhand erschaffen. Kein Badetümpel - davon hätte auch einer gereicht. Im nächsten Umfeld befinden sich aber über 10 weitere ausgemauerte Wasserlöcher (Foto links). Wie Maulwurfshügel reihen sich auf engstem Raum die Kronsteine der Becken aneinander. Auch ist kein Dorf in der Nähe, sondern nur eine kleine Anssiedlung von Casitas (Wochenendhütten). Die ausgesuchten Steine für die Ummauerung sind in Trockenbauweise (ohne Beton) aufgeschichtet und ca. 4 Meter hoch. Alte Trinkwasser- Brunnen können es auch nicht gewesen sein, da sie auf Meereshöhe liegen und im Gezeiten Rhythmus sich automatisch mit Salzwasser füllen und auch wieder entleeren. Vielleicht kleine Lagunen zur Meeres-Salzgewinnung ? Dafür sind sie aber zu klein und bräuchten auch stehendes Wasser zum Verdunsten.

Mysteriöse Bauwerke einer längst vergangenen Zeit im Gemeindegebiet von Mazo auf der Ostseite von La Palma.
Hier lag früher ein Pueblo, ein Ortsteil von Villa de Mazo. 1920 zogen die Bewohner an die 600 Meter höher liegende neue Straße und gründeten den neuen Ort Montes de Luna (Mondberge) . Es war die erste damals noch nicht geteerte Straße, die gerade fertig gestellt wurde und Santa Cruz über Fuencaliente im Süden mit Los Llanos im Westen verband. Die bessere Lage und eine leichtere Verkehrsanbindung dürfte wohl der Hauptgrund für die Umsiedlung gewesen sein. Die Piste wurde erst 1935 mit einer Teerdecke versehen. Die letzen noch verbliebenen 8 Einwohner sollen nach einem schweren Unwetter dann 1957 nach oben in die "Mondberge" gezogen sein.



Warum und für was hatten aber nun die "alten" Bewohner diese Wassertümpel angelegt ? 


Es sind die Puerta oder Punta del Poris - ein Eigenname. El Prois ist im Spanischen "die Befestigung" - also wahrscheinlich eine Wortabwandlung. Die brunnenartigen Vertiefungen an der Küste wurde jeweils von zwei Familien benutzt. Zur damaligen Zeit wurden Chochos, eine lupinenähnliche Bohne oder Kichererbse - ähnlich der in Deutschland bekannten Saubohne - angebaut. Sie war neben den Papas (Kartoffeln) der wichtigste Kalorien-Lieferant. Chochos mussten nach der Ernte eine Woche in Salzwasser eingeweicht werden, um überhaupt genießbar zu sein. Genau in diesen Trichtern, die bei Flut neues Meerwasser aufnahmen (Foto bei Ebbe), wurden die Chochos gewässert. Giftstoffe wurden so ausgewaschen.
  
Anschließend wurden die Chochos auf dem Trockenplatz (Foto links) und einem Podest zum Trocknen ausgelegt und später noch geröstet. Sie konnten nun pur oder als Beimengung zu Trigo (Getreide) konsumiert werden. Heute werden Chochos und Kichererbsen noch als ein Bestandteil zu Gofio verarbeitet. Punta del Poris wurde vor Jahren renoviert, ist aber selbst auf La Palma den wenigsten Bewohnern bekannt. (Danke an Florian G für die Hinweise).
Von Punta del Poris gibt es diesen Blick (Foto unten) bis zur Südspitze. Auch ein einsamer Sandstrand, der allerdings nur über das Wasser oder nach einer Klettertour zu erreichen ist, lädt von der Ferne zum Träumen ein.

Es sind die stillen und meist vergessenen Orte, abseits jeder Straße und auf fast keiner Karte verzeichnet, die mich faszinieren und zum "Entdecker" machen... und davon gibt es auf La Palma genügend. Mir reicht es dabei nicht aus, nur ein paar Schnappschüsse zu machen, sondern ich möchte schon die Zusammenhänge und Gründe tiefer und genauer Hinterfragen und auch Verstehen.

Montag, 7. Juli 2014

Cascada de Colores - die Goldquelle ?

Goldstrom oder Schwefeldämpfe ?

Wie kleine Stalaktiten hängen im Nationalpark Caldera de Taburiente auf La Palma die Tropfsteine von der Höhlendecke. Nicht im üblichen grau oder weiß - sondern in einem kräftigen Ockergelb. Kein leicht löslicher Kalkstein, den gibt es kaum auf der Insel, sondern ein anderes Mineral das sich hier in Nähe von Dos Aquas ablagert.      

Am Ende des Regenbogen 
Fast magisch wirkt dieser Winkel im südöstlichen Innern des Senkkraters. Ein 6 Meter hoher Wasserfall über den das Quellwasser in die Tiefe stürzt und seinen Weg gelb einfärbt. Moose und Flechten bilden mit ihrem saftigen Grün den passenden Rahmen. Je nach Sonneneinfall vergrößert sich die Farbpalette und es entsteht ein traumhaftes Farbenspiel. Fast schon Unwirklich aber Tatsache.

Die Cascada de Colores (587 m/M) im Herzen der Caldera de Taburiente (Foto links: www.santossaul.com). Solch ein eindrucksvolles Foto ist natürlich nur bei entsprechenden Lichteinfall zu machen. Die Cascada de Colores wird in der jüngeren Literatur oft erwähnt, aber es gibt kaum historische oder wissenschaftliche Aufzeichnungen. "Die Heilquelle am Fuße des Roque Idafe - der heiligen Felsspitze der Guanchen -  mit magischen Eigenschaften und nur einem ausgewählten Kreis zugänglich". Ob tatsächlich von dieser Cascada gesprochen wird ist nicht klar. Es gibt nämlich noch ca. 2 km weiter oben dem Bachlauf folgend, eine natürlich entstandene Cascada. Allerdings auch für den geübten Wanderer wegen der schwierigen und gefährlichen Geländeverhältnisse fast nicht erreichbar.
Die jetzige Cascada de Colores war im Kleinformat immer schon vorhanden. In den 1960er Jahren wurde sie allerdings mit einer Staumauer ergänzt, um Wasser zu speichern.



Der Rio Rivanceras oder passender Rio Limonero wie er auch heißt, führt im Monat Juli nur noch wenig Wasser. Das Foto oben entstand kurz vor dem Zusammenfluss mit dem Rio Almendro Amargo der kristallklares Wasser beisteuert. Es ist also nur ein eng begrenzter Bereich aus dem das gelb gefärbte Wasser kommt. Es sind rötlich eingelagerte Eisenerze (Foto links) die dem Wasser die markante Farbe geben. Nur in diesem kleinen Barranco gibt es punktuell besonders eisenhaltige Lava. Das durchfließende Wasser löst hier die eisenhaltigen Elemente im Stein.

Sobald außer Wasser noch Sauerstoff dazu kommt, wird eine elektrolytische Reaktion in Gang gesetzt. Es entsteht Eisenoxid oder umgangssprachlich auch Rost genannt. Diese Eisenhydroxide treten an ihrer Ursprungsstelle (Bild links) stark konzentriert und rötlich gefärbt auf. Durch die weiter Oxydation ändert sich die Farbe in Ocker. Eisenhydroxid ist nicht wasserlöslich und treibt als kleinste Partikel bis in den Nano- Bereich im Wasser mit, bis es ausflockt bzw. sich aus dem Wasser wieder löst.
Der gelegentliche Genuss dieses Wasser ist nicht gefährlich oder schädlich. Den Geschmack würde ich als "Eisenhaltig" aber durchaus genießbar, beschreiben. Die Temperatur dürfte bei 16° bis 17° liegen. Aber es sind die Ausblühungen und Ablagerungen die das Leben unter ihr Ersticken. Auch Wasserkanäle und Rohre können sich im Laufe der Zeit "Zusetzen".

Zurück bleibt eine zähe schlammähnliche Masse mit einer besonderen "Farbkraft". Es ist die natürlich organische Farbe "Ocker" die bei einigen Naturvölkern zur Körperbemalung eingesetzt wurde. Im Foto links haben bereits Vorgänger die Farbkraft getestet und sich verewigt. Der nächste Regen wird die Initialen wieder abwaschen.
Es gibt nur wenige Orte auf der Erde wo gelbes Wasser zu beobachten ist. Es sind meist Geothermal- Gebiete mit heißem Grundwasser. Im Nordosten von Aethopien, im Yellowstone Nationalpark oder im "Wai-O-Tapu" in Neuseeland. Hier sind es aber Schwefel- und Kaliumsalze mit giftigen Verbindungen oder auch farbige Bakterien und Algen, die eine Wasserverfärbung bewirken.

Eine Kaltwasserverfärbung wie auf La Palma ist eigentlich nur in Gebieten mit aufgelassenen und gefluteten Bergbaustollen bekannt. Über den Gängen lagernde Eisenerze werden durch das Fluten animiert und lässt dann "gelbes Wasser" entstehen.
Wir haben hier auf La Palma schon eine sehr seltene Quelle, die vielleicht auch Heilkräfte birgt. Da ich mich viel mit Vulkanologie (El Hierro) beschäftige, stellt sich natürlich die Frage:
Warum findet sich nur hier in einem sehr eng begrenzten Bereich, so stark eisenerzhaltige Lava ?
Bei mehr als "Tausend Vulkanen" auf allen Kanarischen Inseln mit vielen Quellen tritt sonst kein ockerfarbenes Quellwasser aus.
Ob ich darauf eine Antwort finde?

Marie (Foto) vergnügt und erfrischt sich derweil unter der Cascada de Colores.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Auf die Ansicht kommt es an

Draufsicht

Aus dieser Satellitenperspektive der NASA erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Unsere Isla Bonita von Nordosten aufgenommen (zum Vergrößern Anklicken). Unverkennbar der vulkanische Ursprung mit dem großen Senkkrater der Caldera de Taburiente (9,9 km im Durchmesser). Unter den weißen Wölkchen an der Einbuchtung auf der Ostseite Santa Cruz de La Palma. Und noch etwas fällt hier besonders auf ...die lange Talsenke im Westen. Das Aridane Tal bis weit nach Süden. Hier fehlt etwas in der Gesamtstruktur der Insel. Ein gewaltiger Erdrutsch vor mindestens 5.000 Jahren in den Atlantik. Dokumentiert ist eigentlich nur ein Abrutschen der Westflanke direkt am Kraterrand der Caldera. Entstanden ist  damals das Barranco de Las Angustias Richtung Puerto de Tazacorte.

Es muss aber noch in der Frühzeit von La Palma mindestens einen weiteren Bergrutsch in den westlichen Atlantik gegeben haben. Große Landmassen nach Süden fehlen. Es sind immerhin Höhen- Differenzen von 1000 bis 1500 Meter (Todoque - Cumbre). Das ist genau auch der Bereich, den der englische Geologe Dr. Simon Day in seiner These als zukünftiges Gefahrenpotential (Tsunamie-Theorie) ansieht.

Unterwasseransicht

Auch unter Wasser gibt La Palma etwas her. Seit einigen Tagen gibt es noch die in Spezialbeton gegossenen "Enanos" (Zwerge) vor der Küste von Santa Cruz zu bewundern. Eine traditionelle "Fabelfigur" die als Persiflage mit napoleonischer DreiZack-Mütze im 18. Jahrhundert entstanden ist. 20 dieser zwei Meter großen Kameraden sollen insgesamt versenkt werden (Fotos. Ayuntamiento S.C.- Medina).
Mit Hilfe eines Schwimmbaggers und Taucher wurde der erste Teil unweit des neuen Stadtstrand, auf dem Meeresboden verankert. Jetzt fehlt noch das Schiffswrack - ein ausgedientes und schrottreifes Frachtschiff - das hier auf dem Meeresgrund zur Ruhe kommen soll. Vor Jahren bereits wurde der alte Kahn geordert und auf die Kanaren geschafft. Auf La Palma ist es allerdings nie angekommen. Er soll wie man hört, auf einer Nachbarinsel dahin Ankern. Wenn dann mal alles an Ort und Stelle ist, haben wir neben den Trümmern eines in den 70er Jahren abgestürzten Flugzeug, diese Unterwasser Attraktionen für Taucher zu bieten.

Über der Wasserlinie sieht es im Augenblick nicht so spannend aus. Für die neue Playa vor Santa Cruz fehlt immer noch das Wichtigste - der Sand. Die Wellenbrecher und Mauern (Foto im nördlichen Sektor) sind weitestgehendst gebaut. Ab und zu ist auch ein Sandbagger- Schiff zu Gange. Der notwendige Sand wird mit diesem Arbeitskahn ca. 8 km nördlich von der Playa Nogales (Puntallana) geholt. Bei diesem Tempo - benötigt werden ca. 60.000 LKW Ladungen Sand - kann die Fertigstellung bis Sommer 2015 oder noch länger dauern. Auch mit dem Verlegen der Abwasserleitung auf der nahen Maritima verläuft es zäh. Irgendwie sind dort die Bauarbeiten jetzt ins Stottern geraden. Aber es ist ja auch Sommerzeit - Vaccassiones - Ferien- und Urlaubszeit ... und da hat der Palmero ganz andere Interessen.

Innenansicht

Was macht man, wenn die Playa noch nicht fertig ist (Anm: es gibt allerdings noch weitere fertige Playas), es geht zum Wandern. Durch die tiefen Wälder und Barrancos immer dem Wasserkanal (Foto links) entlang. Über 86 km verläuft auf der Ostseite der Wasserkanal von Barlovento im Norden bis nach Fuencaliente im Süden. Genau genommen gibt es sogar zwei parallel verlaufende Kanäle in 400 und 600 m Höhe. An einem Tag natürlich nicht zu schaffen - aber in mehreren Tages- Etappen. An steilen Felswänden vorbei, oft in schwindelerregender Höhe, über kleine Brücken und Viadukte und durch enge Stollen, schlängelt sich der 80 cm breite Kanal dahin. Immer wieder mit herrlicher Aussicht auf die darunter liegende Landschaft und das Meer.
Da Wasser freiwillig nicht in die Höhe läuft, gibt es auch keine Steigungen zu überwinden. Der Kanal ist teilweise Verwachsen oder es müssen ab und zu auch Engstellen oder besonders niedrige Tunnels umgangen werden. Insgesamt aber ein angenehmes und interessantes Wandern. Selbst Pilze (Pfifferlinge) haben wir vor einigen Tagen noch gefunden. Der Höhepunkt auf diesen Touren ist dann immer das wohlverdiente Picknik an einem besonders schönen Plätzchen.

Freitag, 20. Juni 2014

Löschbrigaden sind Einsatzbereit


Donnerstag, 26.06.14 - 19.30 Uhr- Kaum wird die volle Einsatzbereitschaft der Löschkräfte gemeldet geht es auch schon los.
Am Nachmittag gegen 14.30 Uhr entstand im Norden, in der Gemarkung Garafia bei Las Tricias, ein Flächenbrand. Starker Wind peitschte die Flammen an. Nur durch den schnellen Einsatz der in der Nähe stationierten BRIF Brigade und weiterer Feuerwehreinheiten, konnte der Brand nach 2 Stunden unter Kontrolle gebracht werden. Ca. 3,5 ha Wald- und Buschland fielen dem Feuer zum Opfer.


Für den Brandfall gerüstet

Alle Jahre wieder - wird in der trockenen Sommerzeit die palmerische Ruhe durch Waldbrände aufgeschreckt. Eine grüne Insel mit viel Bewuchs bietet natürlich reichlich Nahrung für ausbrechende Feuer. Dürres Unterholz und ausgetrocknete Kiefernnadeln am Boden, aufpeitschender Wind und in den Calima Tagen mit 0 % Luftfeuchtigkeit - ideale Voraussetzungen. Nicht nur Wald- und Buschland, sondern auch bewohnte Orte und Siedlungen sind bedroht.

Ob es die Klimaveränderung oder andere Faktoren sind, die Brandhäufigkeit nimmt in den letzten 10 Jahren zu. Allein 2014 gab es bereits mehrere Feuer in El Paso und vor wenigen Tagen im Grenzgebiet Brena Alta/ Santa Cruz de La Palma (ich hatte berichtet).
Nun wurde der Brandbekämpfungsplan 2014 vom Cabildo Insular (Inselregierung) aktiviert. Alle notwendigen Truppen und Gerätschaften sind jetzt vor Ort.

11 Brigaden mit ausgebildeten und meist erfahrenen Feuerwehrleuten und die nötigen Lösch- und Tankfahrzeugen stehen bereit. Die Beobachtungsposten auf den Bergen und den Beobachtungstürmen sind bereits seit Tagen rund um die Uhr besetzt. Schon seit Jahren werden stationäre Druckwasserleitungen in besonders gefährdete Waldgebiete verlegt. Dieses System wird ständig erweitert und wenn Finanzmittel zur Verfügung stehen, komplimentiert


Gefehlt hatten noch die zwei gelben Löschhubschrauber der Brigadas de Refuerzo contro Incendios Forestales (BRIF) vom spanischen Festland. Auch diese sind vor wenigen Tagen eingetroffen (Foto oben bei der Ankunft auf dem Flugplatz Mazo). Sie werden im Norden der Insel bei Puntagorda stationiert.
Es sind polnische SOKOL Helikopter mit zwei Mann Besatzung und einer Steigrate von 8,5 m/s mit 2 PLZ Gasturbinen von je 662 kW Leistung. Sie können mühelos Wassersäcke bis zu zwei Tonnen (2000 Liter) tragen und ihre Ladung punktgenau absetzen (Fotos: Gobierno Canarias).

Darüber hinaus stehen noch fünf Helikopter der Grupo de Emergencias y Salvamento (GES) der Kanarischen Regierung zur Verfügung. Einer davon (eine Bell B 212) ist ständig als Notfall- Helikopter auf La Palma stationiert. Die Anderen auf den Nachbarinseln. Sie können allerdings nur rund 1000 Liter Löschwasser befördern.
Es hat sich in den vergangenen Jahren bereits gezeigt, dass Hubschrauber wesentlich effektiver als Flächenflugzeuge in den Schluchten und Barrancos eingesetzt werden können.

Das Flächenflugzeug Canadair CL415 (Foto) ist mehr für ebene Flächen geeignet. Auch dauert der Auftankvorgang wesentlich länger, da zur Schonung der Vegetation Süßwasser auf dem Flugplatz Mazo manuell nachgetankt wird. Ein älteres Baumuster ist ständig auf La Gomera bzw. Teneriffa stationiert. Weitere können dann in Madrid angefordert werden. Die Überführung dauert aber mindestens 2 Tage. Eine Dauerpräzens weiterer Maschinen auf den Kanaren während der Sommermonate, lehnt Madrid aus Kostengründen und Eigenbedarf auf dem Festland jedoch ab.

Gut - das sollte erstmals ausreichen. Wir wissen wie wichtig eine schnelle Brandbekämpfung ist. Ein Feuer entdeckt und sofort bekämpft ist die beste und wirksamste Methode.
Oft führen keine Wege für ein Löschfahrzeug zur Brandstelle. Aus der Luft kann jedoch fast jeder Winkel in Minutenschnelle erreicht werden. Hat sich ein Feuer erst einmal ausgebreitet, erfordert es einen riesigen menschlichen und materiellen Einsatz um es unter Kontrolle zu bringen bzw. zu löschen.

Nur Wolken und die Nacht  hindern die Flugzeuge am Aufsteigen. Wir wissen aber, dass auf La Palma eine sehr agile Löschtruppe in der Vergangenheit und sicher auch wieder im kommenden Sommer mit allen Mitteln ein aufkommendes Feuer bekämpfen wird.
Auch wenn hier nicht alles so perfekt abläuft, gibt es im Notfall aber eine große Solidarität. Innerhalb weniger Stunden werden Militäreinheiten oder Löschmannschaften samt Material per Flugzeug oder mit einer schnell organisierten Fähre von Teneriffa oder Gran Canaria auf die Insel geschafft.

Wir sind spätestens seit 2009 gewarnt, was Feuer auf unserer Insel anrichten kann (siehe Feuer 2009 )

Samstag, 14. Juni 2014

Demütigung bei Fussball-WM für Spanien

... oder warum meine Kanarische Flagge weiter am Mast bleibt.

Fassungslos mit offenen Mündern dürften gestern Abend viele Canarios das Vorrundenspiel Niederlande - Spanien am TV mit verfolgt haben.
Nichts wurde aus dem schon gewohnten Siegen. Nicht einmal ein knapp "Verloren", sondern eine ausgewachsene Blamage beim 5:1.

Entsprechend heute die spanische Presse: "Blamage zum Auftakt" in der El Mundo, "Erniedrigende Rache der Niederländer",  "Niederlande machen Spanien lächerlich", "Ein Inferno" oder "Schock nach der Pleite" um nur die Stimmungslage zu beschreiben.



Auf mysteriöse Weise sind den spanischen Spielern in der 2. Halbzeit die Beine eingeschlafen - oder sind die Niederländer einfach besser?

Die Holländer waren beim Auftaktspiel einfach besser, gewitzter und mit dem spritzigeren Vorwärtsdrang. Nicht dass die Spanier schlecht waren, aber die überrumpelnde Spielweise der Niederländer erstaunte und lähmte die spanischen Profis. Während sie noch über das letzte Tor nachdachten, flog der Ball bereits zum nächsten Treffer ins Netz.

Erst stürzt der König - dann der Fußball. Auf die übliche Knallerei nach einem Fußballspiel wurde gestern Abend verzichtet. Es gab ja auch keinen Grund etwas zu feiern.
Nicht ganz richtig - in San Antonio in Brena Baja wurde doch ein Feuerwerk abgebrannt. Nicht zu Ehren der Fußballer, sondern zum Abschluss der Orts- Feierlichkeiten.

Nicht nur bei uns stürzt ein König - in Deutschland sogar ein Kaiser. Die FIFA wird schon ihren Grund gehabt haben gerade während der laufenden Weltmeisterschaft, die Ehren-Ikone des deutschen Fußball von allen Spielen und Aktivitäten zu verbannen.
Es dürfte für diese Entscheidung keinen zeitlichen Aufschub bis nach der WM mehr gegeben haben. Schaden von der FIFA soll abgehalten werden - die Gründe dürften entsprechend dringlich sein.

Noch windet man sich mit "Übersetzungsproblemen"  um den Hals doch noch aus der Schlinge zu ziehen. Mit dem großen wohltätigen Manager Hoeneß fing es genauso an. Das Ende waren dann 5 Jahre Gefängnis.
Ob die Weltmeisterschaft in Katar, Blatters FIFA  oder der kleine Fifikus im Formel 1 Zirkus - es stinkt und zwar sehr kräftig.
Sport ist nur das Deckmäntelchen. Geld, Profit, Einflussnahme und Macht hat längst den sportlichen Geist verdrängt.
Ob Sport oder Konzern - solange der Zuschauer dieses Spektakel finanziert, wird es so weiter gehen.
FairPlay gilt nur für die Zuschauer - die Strippenzieher spielen nach ihren eigenen Regeln und die sind alles andere als sportlich.
Auch ich schaue ab und zu Fußball. Gladiatorenkämpfe gibt es nicht mehr, Stierkämpfe sind nicht mein Geschmack und Alternativen nicht vorhanden.

Für Spanien geht es jetzt bereits um die Wurst. Noch eine Niederlage in der Vorrunde und der Heimflug kann angetreten werden.
Ich denke aber, dieser rechtzeitige Tritt aktiviert neue Kräfte. Diese Blamage soll so nicht stehen bleiben. Fußballtechnisch haben sie einiges drauf und das werden sie in Kürze zeigen. Der stolze Toro wird sich nicht noch einmal von Frau Antje auf den Boden zwingen lassen.

Solange bleibt noch meine "Canarias Flagge" am Mast. Der königliche Banner Spaniens liegt bereit. Ersatzweise kann ich immer noch auf Schwarz-Rot-Gold umflaggen. Mehr gibt meine Sammlung nicht her.

... im Nachtrag noch was Gutes für La Palma:
Soeben sind die gelben Hubschrauber der BRIF Löschbrigade auf der Insel angekommen und zu einem Zwischenstopp auf dem Flugplatz Mazo gelandet. Ihr Standort wird während der Sommermonate im Nordwesten bei Puntagorda sein.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Neue Anflugtechnik in Mazo getestet

RNP-AR Navigation für La Palma genehmigt

Der erste erfolgreiche Flug in Spanien mit dem neuen satellitengestützten RNP-AR Verfahren wurde auf La Palma erfolgreich getestet. Zukünftig können mit dieser Navigation Performance ausgerüstete Flugzeuge auch bei eingeschränkter Sicht hier landen. Das Genehmigungsverfahren wurde erfolgreich abgeschlossen.


Das RNP-AR = Required Navigation Performance - Authorization Required wie es offiziell heißt, ermöglicht dank hochpräziser Kursführung nicht nur Starts und Landungen bei schlechter Witterung, sondern der Anflugweg muss auch nicht mehr linear verlaufen. Auch ein gekurvter Endanflug ist nun möglich.

Damit verspricht man sich eine höhere Erreichbarkeit und Effizienz. Auch der Treibstoffverbrauch, die Lärm-Emission und der CO²-Ausstoß sollen sinken. Getestet wurde das neue Verfahren des Hersteller Airbus-ProSky mit dem spanischen Flugplatzbetreiber AENA und der Thomas Cook Airline auf Lanzarote und La Palma (Danke an Dr. M.Gottschlich).

Gerade in den Wintermonaten gab es immer wieder auf La Palma Tage, wo wegen starker Wolkenbildung oder Regen eine Landung nicht möglich war und ein Ersatzflugplatz auf Teneriffa oder Gran Canaria angesteuert werden musste.
Ob das Verfahren allerdings bei den gefürchteten Fallwinden auch hilft, möchte ich bezweifeln.

Wie ein Pilot den Anflug auf unseren Aeropuerto Mazo sieht, im nachfolgenden Video.