Kanaren News (El Hierro-La Gomera-La Palma)

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Freitag, 20. Februar 2015

Die Polvoschlacht war gestern

NEWS: Mit Windstärke 8 können Wellen von 5 bis 6 Meter Höhe im Küstenbereich auftreten. Es gilt die Wetterwarnstufe “Orange für La Palma und La Gomera ab Mittwoch, den 25.02.15 - Info
 

Polvoschlacht – The Day after.


Wie nach jeder ordentlichen Schlacht, müssen auch in Santa Cruz de La Palma nun die Trümmer und Überreste beseitigt werden.
Die Polvoschlacht am Dia de Los Indianos haben nach Einschätzungen der örtlichen Polizei bis zu 70.000 Menschen besucht. Diese Zahl halte ich wohl etwas für übertrieben, aber das offizielle La Palma hat da schon immer nach Größerem gestrebt.
Auch wenn es nur 30.000 Indianos waren, hat auch diese Ansammlung tonnenweise Polvo und Müll hinterlassen. Ein verschneites und schlafendes Santa Cruz am Dienstagmorgen. Alle Geschäfte und Verwaltungen geschlossen. Die Indianos müssen sich nach der ...Weiterlesen

Montag, 16. Februar 2015

Carnaval made auf La Palma

Dia de Los Indianos – unser Carnaval.


Santa Cruz de La Palma pulsiert im kubanischen Danzon und Son-Rythmus. Der Carnaval hat seinen Höhepunkt gefunden. Alles in Weiß und dazu tonnenweise Polvo (Talkum). Fröhliche, ausgelassene und hüftschwingende “Indianos” soweit das Auge reicht. Die Hauptstadt bebt und die Trommeln dröhnen heftig aus allen Gassen. Der parfümierte Polvoduft ist allgegenwärtig.
Carnaval und Polvo gehört in Santa Cruz de La Palma – und nur hier - weitere Fotos

Sonntag, 15. Februar 2015

Dia de Los Indianos

Dia de Los Indianos – Rückkehr der Kuba-Auswanderer



Alles strömt Morgen zum Dia de Los Indianos nach Santa Cruz de La Palma.

Zusätzliche Flugzeuge und Fähren von den Nachbarinseln bringen Tausende auf die Insel. Alle wollen dabei sein, wenn am Montag-Nachmittag die große Polvoschlacht seinen Anfang nimmt. Nur in Santa Cruz de La Palma wird der Dia de Los Indianos gefeiert. Was in Mainz oder Düsseldorf der Rosenmontagsumzug ist, ist hier der Dia de Los Indianos (sinngem. dt. Rückkehr der Emigranten) – nur viel deftiger. Keine Zuschauer am Strassenrand – alle sind “Cubanos” und mitbeteiligt.


Fernsehteams – selbst aus Korea-  sind angereist. La Palma in aller Welt…  und mindestens so einmalig wie etwa der Carnaval in Rio. 
 
In Kuba zu Ruhm und Reichtum gekommen, kehren die Emigranten nach Jahren wieder auf ihre Heimatinsel La Palma zurück und werden entsprechend empfangen.
Polvo (Kinderpuder) in Hülle und Fülle (über 8 Tonnen im Jahre 2014) werden den Emigranten zu teil und nicht nur Ihnen. Die ganze Stadt versinkt für eine Nacht in einen Polvorausch …und ein Entkommen ist unmöglich. Eine riesige Polvowolke hängt über der Stadt und alles in “Weiß”.

Nicht nur die Kleidung, die Haare, vollgestopfte Ohren und die Nase ist auch nicht mehr zum Atmen zu gebrauchen. Die Straßen und die Hausfassaden bis mindestens zum zweiten Stock jetzt in Weiß – eine riesige Schweinerei… aber wunderschön.

 In den nächsten Tagen werde ich aktuelle Bilder vom Dia de Los Indianos 2015 einstellen.

Dienstag, 4. März 2014

Dia de Los Indianos - der absolute Renner



Das Wetter und die Stimmung war gut - keine Zwischenfälle zu vermelden ... und das bei 70.000 Indianos.

"Santa Cruz de La Palma se tiñó de blanco con 70.000 indianos" das vermelden zumindest die örtlichen Medien.
Das war vielleicht die geschätzte Teilnehmeranzahl nach dem dritten Glas Rum. Die Hälfte also rund 35.000 Indianos dürften es aber schon gewesen sein. Einmalig und staubig wie immer - aber schön.



Ausgerüstet wie es sich für einen echten Indianos gehört, Puros in der Brusttasche und die Bordverpflegung im Rucksack. Nicht zu vergessen die wichtige Polvo- Streudose in der Hand. Für wieviele Babypo`s mit der geschätzten Menge von vielleicht 10 Tonnen verstäubtem Talkum Puder das ausgereicht hätte - mag ich heute nicht ausrechnen. Die Leitfigur der Fiesta "La Negra Tomasa" - die schwarze Mama aus der Bodega in Havanna (links).
Die ganze Nacht wurde ausgiebig bis gegen 6.00 Uhr am Morgen gefeiert. Heute ist auf La Palma Ruhe- und Ausschlaftag. Die Geschäfte werden erst irgend wann am Spätnachmittag wieder öffnen.
Die Einzigen die nüchtern bleiben mussten, waren die Busfahrer. Alle verfügbaren Inselbusse waren die ganze Nacht im Dauereinsatz .. und natürlich die Stadtreinigung und die Feuerwehr, die die Stadt jetzt komplett Abspritzen darf.

Ja - da kann man nur Staunen, was die Insel so an diesem Tage alles auf die Beine stellt. Nur hier und nur in Santa Cruz ist das zu erleben.






Der offizielle Indianos Conga um La Negra Tomasa von Francisco Medina hier links im Video.


Donnerstag, 13. Februar 2014

Dia de Los Indianos im Anmarsch

NEWS:
 - Unwetterwarnung -
Die AEmet hat die Wetterwarnstufe für Samstag ab 12.00 Uhr noch weiter auf "Orange" angehoben. Betroffen ist vor allem die Cumbre und die Westseite mit Starkwinden (bis 90 km/h) und örtlich noch stärkeren Windböen. Die Wellenhöhe soll nach der Wetterprognose bei 5 bis 6 m Höhe liegen.
Der Regen hält sich dabei in Grenzen - erwartet werden 15 Liter pro Stunde.
Es wird kalt - die Schneefallgrenze kommt bis auf 1500 m herunter und die Temperatur in Küstennähe wird nur noch 9 - 14°C betragen.
Also: Warm Anziehen und alles sturmsicher verstauen.
 

Der Dia de Los Indianos wirft seine Schatten voraus. In zwei Wochen am 3.März 2014 ist es wieder soweit.
Ausnahmezustand in Santa Cruz de La Palma.

Binter Sonderflüge und zusätzliche Fähren von den Nachbarinseln werden eingesetzt. 30.000 bis 40.000 Besucher werden in der Hauptstadt erwartet. Auch zahlreiche Fernsehteams (erstmals auch das WDR aus Deutschland) wollen das Spektakel in Szene setzen.

Es ist im Jahresrhythmus die begehrteste und schrillste Fiesta und einmalig nur in Santa Cruz de La Palma. Oft wurde versucht die Veranstaltung zu kopieren (Las Palmas/Los Llanos), aber nur im Ursprungsort SC/de LP wirklich "Die Fiesta".

Ich hatte bereits mehrfach in den vergangenen Jahren davon berichtet und Fotos eingestellt - siehe "Dia de Los Indianos". Auch das nachfolgende Video gibt einen Eindruck von der wunderschönen "Schweinerei".

Sollten Sie zufällig als Gast auf der Insel Anfang März ihren Urlaub verbringen, diesen 3. März nicht versäumen und unbedingt komplett in weißer Montur auf der Calle "Dia de Los Indianos " vor dem Hauptpostamt (Eingangsbereich zur Fußgängerzone O´Dally) erscheinen. Es wird mit Sicherheit ein unvergessliches Erlebnis.



Das Wetter hält uns in den Wintermonaten immer auf Trab. Auf Regen folgt meist Sonnenschein - aber auch umgekehrt lässt sich dieser Spruch einsetzen. Heute haben wir sonniges "Frühlingswetter" - ich messe im Moment 24,5°C. Zum Wochenende soll es etwas rauer werden.

Für Samstag hat die AEmet (links)die Wetterwarnstufe bereits auf "gelb" gesetzt. Niederschlag bis 15 L/Std., hohe Brandungswellen von 4 bis 5 m Höhe und stürmischer Wind zunächst aus Norden später aus Nordosten mit Windböen von 80 km/h sind prognostiziert. Für Sonntag gibt es noch keine umfassende Wettervorhersage - aber auch an diesem Tag könnte es ähnlich aussehen.

Nordostwind verheißt für die Westseite der Insel nichts Gutes. Fallwinde wie vor wenigen Wochen mit weitaus höherer Geschwindigkeit können auftreten.

Für Gäste: Keine Wanderungen am Wochenende einplanen! Es kann gefährlich werden - das Risiko ist einfach zu groß.

Mittwoch, 13. Februar 2013

The Day after - Dia de Los Indianos

NEWS:


Die Schlacht ist geschlagen. Mehr als 60.000 Indianos sollen es gewesen sein. Ob es nun 40 oder 60 tausend Karnevallisten waren ist im Grunde auch egal. Alles hat geklappt und es gab keine großen Probleme oder Zwischenfälle.
Der Tag danach zeigt die "verschneiten" Straßen und Plätze in Santa Cruz de La Palma. Wie hier am Kreisverkehr vor dem Cabildo. Alles ist mit dem Polvo (Babypuder) überzogen. Über 8 Tonnen des Pulvers sind wieder verteilt worden. Das ist die Menge die das Ayuntamiento Santa Cruz unters Volk gebracht hat. Die vielen selbst privat mitgebrachten Tonnen noch nicht eingerechnet. Selbst die Palmen sind verstaubt. Wer etwas mehr dazu sehen will geht zu meinem Artikel "Dia de los Indianos" von 2012.

Großeinsatz für die Stadtreinigung und Feuerwehr. Die ganze Stadt wird einer Generalreinigung unterzogen und systematisch abgespritzt.

Polvo und Wasser gibt eine sehr gefährliche rutschige Mischung und erinnert an eine Glatteispiste.
Die Stadt war am Dienstagmorgen fast menschenleer. Die Palmeros schlafen und alle Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen sind geschlossen. Nur die Touristen laufen und bestaunen das Chaos. Das war nun mein Job - gestern war die AIDAsol an der Reihe - die Stadt trotzdem schmackhaft zu machen. Bei entsprechender Vorbereitung der Gäste und die Einmaligkeit dieses Anblickes zu unterstreichen, gelang das auch am Dienstag wieder. Seit 10 Jahren in Folge bleibt diese "Mülltour" aufgrund seiner doch makaberen Eigenart sicher länger eingeprägt, als eine normale Stadtführung.

Wo hat man denn schon auf dieser Welt so eine wunderschöne Sauerei am Day after.

Sonntag, 19. Februar 2012

Dia de los Indianos

Die Rückkehr der Emigranten, so ist der "Dia de los Indianos" zu übersetzen, ist ein einmaliges Erlebnis in Santa Cruz de La Palma. Nur hier wird dieses Fest mit viel Polvo (Babypuder) gefeiert. Über 8 t von diesem aus Festlandspanien heran geschafften Polvo werden schätzungsweise verstreut. Hier einige Fotos vom Höhepunkt dieser wunderschönen Schweinerei.
Auch wir als Emigranten
und der Tag danach
oder den "Dia de los Indianos" als Hochzeitstorte in Szene gesetzt

Sonntag, 12. Februar 2012

Carneval auf La Palma

Was haben Carneval und La Palma gemeinsam ?
Auf ersten Blick nicht viel. Carneval wird zwar auch hier gefeiert, aber in der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma geht am deutschen Rosenmontag der "Dia de Los Indianos" über die Bühne. Ein einmaliger Tag der nur weltweit hier auf La Palma zelebriert wird.

Feine Herrschaften rauchen Havannas, falsche Dienstmädchen schwingen die Hüften: Am Tag der Indianos spielt die Kanareninsel La Palma Karibik.


Einen gut gemachten Artikel zum Thema hat Zeit-Online verfasst, den ich Ihnen auszugsweise nicht vorenthalten möchte:

Es war ruhig geworden auf der grünen Insel, es kamen keine großen Schiffe mehr, um Fässer mit Trinkwasser zu füllen, bevor sie über den Atlantik in die Neue Welt segelten. Man lud keinen Wein mehr, um ganz Europa damit zu versorgen, auch das Geschäft mit dem Zuckerrohr, den Bananen und dem karminroten Farbstoff der Koschenille-Laus lief schlecht. 10.000 Menschen, ein Drittel der Bewohner La Palmas, waren über Generationen nach Kuba, Venezuela und Brasilien ausgewandert. Nun schrieb man das Jahr 1970. Und Victor Díaz Molina, der zu Hause geblieben war, langweilte sich. Er traf sich mit seinen Freunden am Hafen von Santa Cruz, und weil Karneval war, kamen Yolanda Cabrera und ihr Bruder auf die Idee, sich zu verkleiden. Mit einem hölzernen Reisekoffer liefen sie durch die Straßen, so wie einst die Indianos: jene Auswanderer, die in Südamerika tatsächlich ihr Glück gemacht hatten und nach Jahrzehnten in edlen weißen Klamotten, mit Koffern voller Geld und dunkelhäutigen Hausmädchen nach La Palma zurückgekehrt waren.


Außerdem beschlossen Victor und seine Freunde, jeden, dem sie begegneten, mit Talkpuder zu bewerfen. Das war schon einmal Sitte gewesen auf der Insel, bis die Kirche dem heidnischen Pulverfest ein Ende setzte. »Wir waren vielleicht zehn, hatten fünf Dosen mit Talk dabei und liefen vom Hafen zur Plaza de España. Es war sehr lustig.« Deshalb verkleideten Victor und seine Freunde sich auch im nächsten Jahr wieder und im übernächsten. Einmal fummelten sie sich in die ausgedienten Uniformen der Iberia-Airlines und zogen zur Startbahn, die man zwischen den Friedhof und eine tiefe Schlucht an den steilen Hang gequetscht hatte. Der Kapitän der Maschine zögerte nicht, die verführerischen Stewardessen an Bord zu lassen, und wenig später balancierte Victor ein Tablett mit Whisky und Wein durch die Reihen der Passagiere.
»Wir hatten nicht viel, Anfang der Siebziger, aber wir hatten Spaß«, sagt Victor Díaz Molina, der im Garten vor seinem kleinen Haus sitzt und zu dem großen, hölzernen Vogelkäfig schaut, in dem vor Kurzem noch Kanarienvögel zwitscherten. Eines Nachts schlich ein Raubtier herbei und nahm sie mit. Auch mit der Musik des Karnevals war es irgendwann vorbei; denn Franco behagte das bunte Treiben nicht. Victor und seine Freunde feierten heimlich weiter, in Kneipen und in entlegenen Gassen, und wenn die Polizei auftauchte, verschwanden alle spurlos in irgendwelchen Hauseingängen. Damals wurde es noch ein bisschen stiller auf der Insel La Palma.

Heute ist es wieder laut. Es sind auch keine zehn Palmeros mehr, die zum Karneval durch die Straßen ziehen, es sind Tausende. Im Kraterrund des alten, zur Hälfte ins Meer gestürzten Vulkans mit dem Hafen von Santa Cruz drehen sich Karussells und ein neongrün beleuchtetes Riesenrad, auf der pinkfarbenen Achterbahn kreischen Kinder vor Vergnügen, vor den Schießständen stehen Frauen, die keine Frauen sind. Eingehakt wie alte Freundinnen, ziehen die Freizeittransvestiten paarweise durch die Straßen, auffällig gekleidete Gestalten mit zu kräftigen Schenkeln und zu kurzen Kleidern. Auch die 20 Trommler aus Dresden sind in diesem Jahr wieder dabei, umringt von einer tanzenden Menge. Sie sind die einzigen deutschen Karnevalisten auf La Palma. »Wir wollen Party«, sagt Krischan, der Vortrommler, und um diese Zeit ist Santa Cruz eine einzige Party. Während in Köln die Rosenmontagszüge mit drögem Rumtärätätää durch die Straßen ziehen, tanzt man hier zu kubanischen Rhythmen. Alles ist südamerikanisch, nur der Federschmuck fehlt – und weniger bunt ist es als in Rio. Vor allem am »Tag der Indianos«, dem alle Palmeros entgegenfiebern, trägt man ausschließlich Weiß – jenes strahlende Weiß, in das sich die erfolgreichen Heimkehrer kleideten, wenn ihre Schiffe nach Jahren endlich wieder im Hafen von Santa Cruz einliefen. - weiterlesen.