Kanaren News (El Hierro-La Gomera-La Palma)

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Mittwoch, 8. Mai 2013

Exkursion - Vulkane im Süden

NEWS:

Bei unserer 4. Etappe "Exkursion La Palma" drehte sich heute alles um junge und auch ältere Vulkane. Die erste Station war unser Vorzeigevulkan "San Antonio" bei Fuencaliente im Süden. Offiziell im Jahre 1677 ausgebrochen - tatsächlich aber bereits 2000 v. Chr./ 1677 brach nur ein Nebenkrater aus - wanderten wir den Kraterrand ab. Weiter ging es zum etwas tiefer liegenden "Teneguia" (Ausbruch 1971 Bild unten). Deutlich waren die Schwefeldämpfe bei nur schwachem Wind und gleißend hellem Sonnenlicht zu riechen. Vor 15 Jahren konnten im Krater noch die heißen Dämpfe gefühlt werden. Heute sind diese Stellen erkaltet.

Im angrenzenden Bereich sind Nebenkrater des Teneguia und alte Vulkankegel von früheren Eruptionen zu sehen. Es ist eine typische Vulkanlandschaft mit bunt gefärbtem Lavaauswurf. Die Farben grau und weinrot überwiegen. Eine auf den ersten Blick unwirkliche Mondlandschaft. Im Hintergrund (grün) wird als Pionier und überhaupt erste Kulturpflanze auf der jungen Lavaschicht unser "Teneguia- Wein" angebaut. Besonders schöne Lavabrocken - die so genannte Stricklava - wird auch für künstlerische Objekte, wie links die Bühnenrückwand  auf der Placeta Glorieta verbaut.

Der lange Lavastrom des Vulkan San Juan (Ausbruch 1949) zieht sich wie eine Schlange von der Bergspitze bis zum Meer. In Erinnerung und zum Dank, daß keine Menschenopfer zu beklagen waren, wurde ein Denkmal der Hl. Fatima bei San Nicolas auf der Westseite errichtet. Dieser Lavastrom wird Morgen im oberen Eruptionsbereich Ziel unserer Vulkan Wanderung sein.

Schnee oder Eis auf La Palma? Eine Straße ganz in weiß. Auch kein weißer Sand, den gibt es hier nicht - sondern Salz. Meeressalz auf der Zufahrt zur Saline von Fuencaliente. Wahrscheinlich überschüssiges oder verunreinigtes Material. Jährlich werden hier ca. 600 t Meeressalz gewonnen. Das Salz erreicht die Verbraucher auf den Kanarischen Inseln und die Spezialität, das "Flor de Sal" auch die Feinschmecker in Deutschland.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Vulkane Hoyo Negro & Co


Ein erstarrter Lavasee und das mitten auf La Palma. Man stolpert nicht so einfach darüber, sondern muss erst vom Refugium El Pilar (1440m) in 3 Stunden anstrengendem Fußmarsch mit knapp 500 Meter Höhenunterschied zum Vulkan Duraznero (1902 m) aufsteigen. 
Damit will ich mich nun in Fortsetzung, der jüngeren Vulkanvergangenheit von La Palma widmen.

Der Duraznero liegt an der so genannten "Großen Vulkanroute" die an vielen weiteren Vulkanen vorbeiführt und in Fuencaliente im Süden nach 19,4 km endet.
Dazu habe ich einen Artikel unter "Die Vulkane von La Palma" auf meinen El Hierro Seiten eingestellt - Weiterlesen. 

Samstag, 26. Mai 2012

Vulkan San Juan II

In Fortsetzung meiner Schilderung um den 1949 ausgebrochenen Vulkan "San Juan" auf La Palma heute einige weitere Details zum Istzustand.
Wie eine Eis- oder Gletscherschicht erscheint auf den ersten Blick eine erstarrte Schichtung am Eingang zum Lavatunnel. Eine Mischung die wahrscheinlich im Lavakanal aufgetrieben wurde und an der Oberfläche schwamm bevor sie erstarrte. Von der Farbe vergleichbar mit den "Restingolitas" vom Eldiscreto, allerdings mit keiner porösen Struktur, sondern glatt wie Eis oder geschliffener Marmor und etwas dunkler. Vom Material könnte es Quarz bzw. Sedimentgestein sein, das genügend Zeit hatte auszugasen und daher nicht die typischen Adern und Kanäle im Innern aufweist. Auch vom Gewicht her tippe ich auf Vollmaterial.




Unzählige kleine Lavaröhren in den Außenwänden des Kanal. Einige nur 50 - 80 cm tief, andere aber viele Meter verlaufend und ohne sichtbares Ende. Die Decken in den Haupthöhlen sind nur wenige Zentimeter dick und extrem Einsturzgefährdet. Das Begehen oder Betreten der oft von außen nicht sichtbaren Schwachstellen, sollte nur in Begleitung eines ortskundigen Führers erfolgen. Oft verbergen sich unter der vermeintlich tragenden Haut 6 bis 8 m tiefe Hohlräume, die bei Belastung einbrechen. Das klang ja auch schon in den Kommentaren an.



Wie in einer Tropfsteinhöhle mit herabhängenden messerscharfen Stalaktiten ist die Höhlendecke behangen. Herabtropfende, heiße und flüssige Lava ist augenblicklich erstarrt. Eine fantastische und bezaubernde Unterwelt wird sichbar. Nur mit Helm und guter Beleuchtung zu betreten! Der Boden ist übersät von herabgestürzten Trümmerteilen - oft Zentner oder sogar Tonnenschwere Brocken, die überklettert oder umgangen werden müssen. Die Decken und die Wände sind gesprungen und mit großen Rissen durchsetzt. Es besteht Steinschlaggefahr!



Wie eine Bob- oder Rodelbahn verläuft der Lavakanal noch kilometerweit nach unten. Hier stehe ich im offenen Mittelteil. Die gesamte Breite des Lavastrom dürfte hier gut 60 bis 80 m betragen haben.
In den nächsten Wochen habe ich vor, weitere Teile dieses Lavastrom zu erforschen und natürlich darüber zu berichten.

Montag, 21. Mai 2012

Vulkan San Juan - Ausbruch 1949


Wenn wir in der vulkanischen Zeitgeschichte 60 Jahre zurückgehen, so können wir heute noch die Ausmasse des Vulkanausbruch San Juan 1949 auf La Palma studieren. Alles ist inzwischen mit einer leichten Patina überzogen, aber der Umfang und die Masse der ausgestoßenen Lava und den Schrecken den dieser Ausbruch damals verursacht haben muß, lässt sich noch gut abschätzen. Hier links stehe ich im Schlackenfeld auf knapp 1400 m Höhe. Messerscharfe Lavabrocken in allen möglichen Formationen erfordern gutes Schuhwerk und Trittsicherheit um nicht in irgendeiner Spalte mit schmerzhaften Folgen zu versinken. Trotz einer meterdicken Lavaschicht erobert sich die Natur ihr Terrain langsam wieder zurück. Selbst im Zentrum des Stromes und an den Seitenrändern wächst wieder die kanarische Pino (Kiefer). Der San Juan hatte drei Austrittsschlote auf 1950 m Höhe. Die Lava ergoss sich bis zur Küste (bei Puerto Naos) ins Meer.



Kleine erstarrte Lava-Seen bilden eine Insel inmitten einer bizarren Landschaft. Diese Plateaus sind fast eben und lassen sich gut begehen. Richtige Kanalssysteme haben sich in den vorhandenen Barrancos gebildet. Hier wurde die dünnflüssige Lava kanalisiert und ist aufgrund des starken Gefälles hinabgerauscht. Diese Kanäle weisen heute eine Tiefe von 6 bis 8 m auf und enden oft in Lavahöhlen. Die längste Lavahöhle haben wir im unteren Sektor des Lavastromes bei dem Ort Todoque mit einer Länge von ca.7 km.