Kanaren News (El Hierro-La Gomera-La Palma)

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Samstag, 30. Mai 2015

Löschflugzeug im Einsatz

Reger Verkehr auf dem Flughafen La Palma


Während am Boden die Löscheinheiten der UME (Unidad Militar de Emergencias) zwei simulierte Waldbrände im Norden und am Rande der Caldera de Taburiente löschen, wird die UME aus der Luft von Hubschraubern und einem Canadair CL-215 Löschflugzeug unterstützt.
Ein extra aus Festland Spanien eingeflogenes Löschflugzeug Canadair CL.215 T mit einem 5400 Liter Löschwasser-Tank kam zum Einsatz. Von diesem Flugzeugtyp besitzt Spanien fünf Maschinen. Sie wurden in Kanada ... weiter

Dienstag, 26. Mai 2015

Löscheinheit Militar de Emergencias eingeflogen

UME Löscheinheit startet Brandübung


Mannschaften der Unidad Militar de Emergencias (UME) – eine Löscheinheit des spanischen Militär – wurde heute auf La Palma eingeflogen.

Sie werden im Laufe der Woche an einer Waldbrandübung zusammen mit örtlichen Einsatzkräften teilnehmen. Das Material und die Löschfahrzeuge wurden bereits in den letzten Tagen auf die Insel gebracht. Gut ist die militärische Löscheinheit UME noch aus den Jahren 2009 und 2012 bekannt. Es waren die großen Waldbrände, als sie die Feuerwehren von La Palma und den Nachbarinseln bei den großen Waldbränden unterstützten. Rund 200 UME-Feuerwehrleute üben nun direkt vor Ort für einen im Sommer ... weiter

Samstag, 26. Juli 2014

Bald Drohnen über La Palma ?

Waldbrand Früherkennung aus der Luft

Unbemannte Fluggeräte, "Drohnen" (Foto: IAI Heron) sind bereits seit einigen Jahren im Einsatz. Sie sind der verlängerte menschliche Arm oder das Auge um über weite Strecken Lasten zu transportieren, bis zu 36 Stunden aus der Luft ein Terrain zu beobachten oder sonstige Missionen durchzuführen. Sie können autonom starten, ein gewisses Gebiet schematisch abfliegen und nach erfolgter Aufgabe auch wieder eigenständig landen. Vor allem im militärischen Bereich haben sie in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt.


Erst vor wenigen Tagen wurde von einer französischen Militär-Drohne in der nahen Sahara das Wrack des abgestürzten Algerie Flugzeug MD83 aufgespürt.

Zur Zeit wird auf den Kanaren überlegt, ob mit einer Drohne Waldbrände frühzeitig entdeckt werden können. Immer in der Sommerzeit entstehen auf den dicht bewaldeten Westinseln (La Palma, La Gomera, El Hierro und Teneriffa) Busch- und Waldbrände die sich in kurzer Zeit zu katastrophalen Brandherden mit großem Schaden für Mensch und Natur entwickeln können.

Je schneller ein Brand bekämpft wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit das Feuer gleich im Keime zu ersticken. Aus diesem Grunde gibt es über La Palma verteilt Beobachter, die an exponierten Stellen oder auf Beobachtungstürmen rund um die Uhr die Lage beobachten und Alarm schlagen.
Mit Hubschraubern, wie die hier über die Sommermonate in Puntagorda stationierte BRIF Löschbrigade (siehe Beitrag vom 20.6.14), können dann zügig Brände auch an schwer zugänglichen Stellen bekämpft werden.

Die Military Emergency Unit (UME), eine luftbewegliche Militäreinheit für Katastropheneinsätze, die auch auf Teneriffa und Gran Canaria stationiert ist, prüft nun die Verwendung von Drohnen zur Waldbrand Früherkennung.
Die UME ist uns gut bekannt und hat mehrfach mit Personal und schwerem Gerät bei den großen Feuern vor einigen Jahren oder bei den Evakuierungs- Vorbereitungen während der Vulkankrise 2011 auf El Hierro erfolgreich mitgewirkt.

Ob es allerdings gleich so eine große Drohne wie die israelische Heron 1 (Foto oben) mit einer Länge von 6 Meter und einer Flügelspannweite von 8,50 Meter sein muss oder auch ein etwas kleineres Exemplar ausreicht, wird getestet. Hier auf dem Bild die DJI Phantom mini Quadro dürfte zu klein und nur für die örtliche Brandbeobachtung tauglich sein.





Getestet wird vom südspanischen Flughafen San Javier bei Murcia auf dem Festland. Es ist nicht nur die Drohne als Fluggerät, sondern das ganze Ortungs- und Navigationssystem das sich in den bereits vorhandenen regen Flugverkehr um die Kanaren einfügen lassen muss.

Bereits seit zwei Jahren läuft ein Forschungs- und Demonstrationsprojekt der ESA unter dem Namen DeSIRE, das die großflächige Meeresüberwachung zum Ziel hat. Mit Hilfe von Satelliten und Drohnen soll in einem nicht geschlossenen Luftraum die Identifizierung von Schiffen und Booten möglich werden.










Das Projekt (Foto: ESA) ist unter dem Hintergrund der stetig anwachsenden Flüchtlingsströme aus Westafrika in den EU Raum (Kanaren/Italien) zu sehen. Die Frontex zum Schutze der EU Aussengrenzen soll in die Lage versetzt werden, rechtzeitig Schiffsbewegungen zu Orten und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Teile dieses DeSIRE Programm könnten in einem Drohnen Feuer-Frühwarnsystem für die Kanaren übernommen oder eingebunden werden. Es muss allerdings sichergestellt sein, dass der zivile Flugverkehr ungestört Passagiere zu den Inseln bringen kann. 
Es ist ein komplexes Gebilde das ich hier nur am Rande ansprechen möchte.

Dazu kommt noch ein weiterer Hemmschuh. Die spanische Gesetzgebung verbietet bislang den Einsatz von privaten und gewerblichen Drohnen über ihrem Staatsgebiet. Die UME ist als Militäreinheit davon allerdings nicht betroffen.
Die spanische Agentur für Flugsicherheit (AESA) hat erst im April 2014 in einem 5-Seitigen Dokument klar gestellt, dass zur Verhinderung von Unfällen und Missverständnissen, der Betrieb von fengesteuerten Fluggeräten zu professionellen oder kommerziellen Zwecken nicht erlaubt sei.

Da Drohnen in Zukunft eine immer größere Bedeutung zukommen dürfte, ist auch der spanische Gesetzgeber aufgewacht. Er verabschiedet in Kürze eine neues Dekret, das unter bestimmten Voraussetzungen den Einsatz von Drohnen auch im nicht militärischen Bereich regeln soll.  
Auch in Spanien werden seit Jahren neue Drohnen entwickelt. Die erste überhaupt in der EU zugelassene Drohne stammt von der spanischen Firma Ft-Altea aus Madrid. 


Die 80 kg schwere Drohne Altea-Eco (Foto) wurde speziell zur Früherkennung von Waldbränden sowie die Überwachung von Infrastrukturen gebaut. Mit hochauflösenden Kameras, Wärme-, Infrarot- und CO² Sensoren kann sie in Echtzeit ihre Daten an die Leitstelle weiter geben. 

Freitag, 20. Juni 2014

Löschbrigaden sind Einsatzbereit


Donnerstag, 26.06.14 - 19.30 Uhr- Kaum wird die volle Einsatzbereitschaft der Löschkräfte gemeldet geht es auch schon los.
Am Nachmittag gegen 14.30 Uhr entstand im Norden, in der Gemarkung Garafia bei Las Tricias, ein Flächenbrand. Starker Wind peitschte die Flammen an. Nur durch den schnellen Einsatz der in der Nähe stationierten BRIF Brigade und weiterer Feuerwehreinheiten, konnte der Brand nach 2 Stunden unter Kontrolle gebracht werden. Ca. 3,5 ha Wald- und Buschland fielen dem Feuer zum Opfer.


Für den Brandfall gerüstet

Alle Jahre wieder - wird in der trockenen Sommerzeit die palmerische Ruhe durch Waldbrände aufgeschreckt. Eine grüne Insel mit viel Bewuchs bietet natürlich reichlich Nahrung für ausbrechende Feuer. Dürres Unterholz und ausgetrocknete Kiefernnadeln am Boden, aufpeitschender Wind und in den Calima Tagen mit 0 % Luftfeuchtigkeit - ideale Voraussetzungen. Nicht nur Wald- und Buschland, sondern auch bewohnte Orte und Siedlungen sind bedroht.

Ob es die Klimaveränderung oder andere Faktoren sind, die Brandhäufigkeit nimmt in den letzten 10 Jahren zu. Allein 2014 gab es bereits mehrere Feuer in El Paso und vor wenigen Tagen im Grenzgebiet Brena Alta/ Santa Cruz de La Palma (ich hatte berichtet).
Nun wurde der Brandbekämpfungsplan 2014 vom Cabildo Insular (Inselregierung) aktiviert. Alle notwendigen Truppen und Gerätschaften sind jetzt vor Ort.

11 Brigaden mit ausgebildeten und meist erfahrenen Feuerwehrleuten und die nötigen Lösch- und Tankfahrzeugen stehen bereit. Die Beobachtungsposten auf den Bergen und den Beobachtungstürmen sind bereits seit Tagen rund um die Uhr besetzt. Schon seit Jahren werden stationäre Druckwasserleitungen in besonders gefährdete Waldgebiete verlegt. Dieses System wird ständig erweitert und wenn Finanzmittel zur Verfügung stehen, komplimentiert


Gefehlt hatten noch die zwei gelben Löschhubschrauber der Brigadas de Refuerzo contro Incendios Forestales (BRIF) vom spanischen Festland. Auch diese sind vor wenigen Tagen eingetroffen (Foto oben bei der Ankunft auf dem Flugplatz Mazo). Sie werden im Norden der Insel bei Puntagorda stationiert.
Es sind polnische SOKOL Helikopter mit zwei Mann Besatzung und einer Steigrate von 8,5 m/s mit 2 PLZ Gasturbinen von je 662 kW Leistung. Sie können mühelos Wassersäcke bis zu zwei Tonnen (2000 Liter) tragen und ihre Ladung punktgenau absetzen (Fotos: Gobierno Canarias).

Darüber hinaus stehen noch fünf Helikopter der Grupo de Emergencias y Salvamento (GES) der Kanarischen Regierung zur Verfügung. Einer davon (eine Bell B 212) ist ständig als Notfall- Helikopter auf La Palma stationiert. Die Anderen auf den Nachbarinseln. Sie können allerdings nur rund 1000 Liter Löschwasser befördern.
Es hat sich in den vergangenen Jahren bereits gezeigt, dass Hubschrauber wesentlich effektiver als Flächenflugzeuge in den Schluchten und Barrancos eingesetzt werden können.

Das Flächenflugzeug Canadair CL415 (Foto) ist mehr für ebene Flächen geeignet. Auch dauert der Auftankvorgang wesentlich länger, da zur Schonung der Vegetation Süßwasser auf dem Flugplatz Mazo manuell nachgetankt wird. Ein älteres Baumuster ist ständig auf La Gomera bzw. Teneriffa stationiert. Weitere können dann in Madrid angefordert werden. Die Überführung dauert aber mindestens 2 Tage. Eine Dauerpräzens weiterer Maschinen auf den Kanaren während der Sommermonate, lehnt Madrid aus Kostengründen und Eigenbedarf auf dem Festland jedoch ab.

Gut - das sollte erstmals ausreichen. Wir wissen wie wichtig eine schnelle Brandbekämpfung ist. Ein Feuer entdeckt und sofort bekämpft ist die beste und wirksamste Methode.
Oft führen keine Wege für ein Löschfahrzeug zur Brandstelle. Aus der Luft kann jedoch fast jeder Winkel in Minutenschnelle erreicht werden. Hat sich ein Feuer erst einmal ausgebreitet, erfordert es einen riesigen menschlichen und materiellen Einsatz um es unter Kontrolle zu bringen bzw. zu löschen.

Nur Wolken und die Nacht  hindern die Flugzeuge am Aufsteigen. Wir wissen aber, dass auf La Palma eine sehr agile Löschtruppe in der Vergangenheit und sicher auch wieder im kommenden Sommer mit allen Mitteln ein aufkommendes Feuer bekämpfen wird.
Auch wenn hier nicht alles so perfekt abläuft, gibt es im Notfall aber eine große Solidarität. Innerhalb weniger Stunden werden Militäreinheiten oder Löschmannschaften samt Material per Flugzeug oder mit einer schnell organisierten Fähre von Teneriffa oder Gran Canaria auf die Insel geschafft.

Wir sind spätestens seit 2009 gewarnt, was Feuer auf unserer Insel anrichten kann (siehe Feuer 2009 )

Montag, 19. Mai 2014

Erneuter Waldbrand bei El Paso

Feuer:

Auch heute Morgen waren die Einsatzkräfte noch im Einsatz (Foto: Bomberos LP). Nach dem Löschen des ersten Feuer unweit des alten Tunnel bei El Paso, brach gegen 18.00 Uhr gestern Abend in der Nähe im Gebiet Taganana ein weiterer Waldbrand aus. Das Feuer fraß sich in einem Steilgelände nach oben, so dass erneut der Löschhubschrauber zum Einsatz kam (Foto unten: Gobierno). Das Feuer ist nach Angaben des Cabildo Insular inzwischen unter Kontrolle. Die gesperrte Hauptverkehrsstraße Santa Cruz nach El Paso über das alte Tunnel ist wieder geöffnet. Die alte Strecke über El Pinar bleibt weiter gesperrt.
Ungefähr 1500 m² Kiefernwald wurden betroffen. Ob es Funkenflug, Brandstiftung oder eine andere Ursache hatte, wird untersucht.
Dieser doppelte Waldbrand ist das erste Feuer in diesem Jahr. Bereits sehr früh - jetzt Mitte Mai. Aber es hat schon einige Zeit nicht mehr geregnet und das Unterholz ist bereits ausgetrocknet.

Die Helikopter-Löschstaffel aus Festlandspanien die während der Sommermonate hier stationiert ist, kommt erst Ende Mai/ Anfang Juni. Sie soll wieder mit ihren 2 bis 3 Helikopter bei Puntagorda Stellung beziehen. So lange müssen wir uns mit eigenen Mitteln behelfen.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Wetter - Feuer und die EU

NEWS:


So eindrucksvoll können auch Sonnenaufgänge von der Westseite beobachtet werden (Foto: Klaus Heil - danke). Die letzten beiden Wochen  ließen aber bei kühlen Temperaturen mehr winterliche Erinnerungen an den Januar aufkommen. 16 bis 17°C um die Mittagszeit und in der Nacht gar eisige 12 bis 13°C. Plus Grade natürlich, aber für den Monat Mai und La Palma schon bitterlich kalt. Damit soll nun nach Meinung der AEmet ab kommenden Wochenende Schluss sein. Der Sommer oder besser der ewige Frühling hält Einzug. Nach der Prognose macht unser Temperaturgefüge einen Sprung nach oben (siehe AEmet Grafik). Auch der Regen im Mai (Ostseite am 22.5.13 - 12,8 l/m²) mag für die Natur gut sein, verstört aber so manch einen Touristen.

"Ist das jetzt im Mai hier normal"  - Neiiin, natürlich nicht. Im April hatten wir schon Calima und mehr als 30°C. Morgen wird es aber bestimmt besser.
Das sind natürlich Aussagen die in den vergangenen Tagen keiner Überprüfung standhielten. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Man wird als Ortskenner mehr zum Propheten und Seelenschmeichler, nur um die etwas angekratzte Urlaubsstimmung und das La Palma Image hoch und unbefleckt zu halten.


Zuckerbrot und Peitsche im Insel-Tourismus



Bekanntlich verabschiedet sich TUI ab 2014 ganz von La Palma. Die Insel ist kein Massenziel und daher zum Geldverdienen auch nicht geeignet. Was am Anfang noch nach Subvention-Poker aussah, nimmt nun (nicht mehr) lesbare Züge an.
In den neuen Katalogen des Touristikkonzern wird La Palma nicht mehr angeboten - Punkt.

Nun will aber FTI-Touristik in die Presche springen. „Speziell La Palma und Lanzarote werden von den neuen Flügen profitieren“, so der FTI-Chef Dietmar Gunz. Geflogen wird mit Sun Express ab München, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Leipzig. Ergänzt wird das Flugangebot durch die bisherigen Teilkapazitäten bei Air Berlin und Condor.
Auch wurde die strategische Partnerschaft mit dem Princess Hotel (All-Inclusive) in Fuencaliente ausgebaut.
Alles bereits ab dem Kanaren-Winter 2013/14.

Wollen wir einmal hoffen, dass die groß mundigen Absichtserklärungen auch so eintreffen und für FTI die gewünschten Kunden bringt. La Palma kann nur davon profitieren.
Ich betrachte das Engagement etwas skeptisch. Warten wir einfach einmal ab, was in der Tat davon übrig bleibt.

Nachlese zur TRANSVULCANIA 2013 

 
Bisher standen nur die Sieger im Mittelpunkt. Dabei gilt doch "Dabei sein ist alles". Wie mühsam ein Läufer den Marathon erlebt hat, welche selbst auferlegten Strapazen und ein unbändiger Wille dafür notwendig ist, kann man als Beobachter am Rande nur erahnen. Sehr eindrucksvoll schildert der österreichische Teilnehmer Tom Wagner aus Graz seine Gefühle und Erlebnisse. Nachzulesen im Gripmastertrails.com unter:
Toms heisser Tag auf La Palma


Waldbrand - Bodenerosion - Vorsorge 


Alle haben wir noch die großen Waldbrände vom Sommer 2012 in guter Erinnerung. Nun steht die nächste Waldbrand-Saison 2013 vor der Tür. Ganz so schlimm wird es in diesem Jahr hoffentlich nicht kommen. Ausgiebige Regenfälle haben die Wälder und das Unterholz nicht so Austrocknen lassen. Das Cabildo war auch kräftig dabei mit einer Schar von Waldarbeitern die Brandschäden zu beseitigen, das Unterholz auszuputzen und Barrieren gegen das Abschwemmen von Waldboden (Foto) zu errichten. Bei gekürztem Etat stehen doch rund 200 Mann für die Überwachung und Brandbekämpfung im Sommer 2013 zur Verfügung.  Dieses Team wird dann bei Bedarf kurzfristig durch weitere Feuerwehren aufgestockt.


 EU - Wahnsinn



Zum Abschluss noch etwas zum Ärgern.
Die Europäische Kommission will den Landwirten und Gärtnern in Zukunft die Verwendung von Einheits-Saatgut vorschreiben. Alte und seltene Sorten haben kaum Chancen auf eine Zulassung, ihr Anbau wird strafbar - auch wenn er im privaten Garten erfolgt. Den kompletten Artikel nachzulesen in Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Mittwoch, 30. Januar 2013

Feuer im Januar

NEWS:
15.10 Uhr - das Feuer scheint erloschen oder gelöscht zu sein. Kein Rauch steigt mehr auf. Evtl. war es auch ein kontrolliertes Feuer des Cabildo de La Palma - um Gestrüpp an schwer zugänglichen Steilhängen abzubrennen. Eine Vorsorgemaßnahme für den nächsten Sommer.



Ein Waldbrand im Januar? Eigentlich im Winter eine Seltenheit auf La Palma.
Aber doch entstand heute Morgen gegen 10.00 Uhr auf der nördlichen Cumbre ein Feuer. Das Foto wurde gegen 12.00 Uhr von der Ostseite aufgenommen. Die Lage ist nicht genau auszumachen. Es dürfte aber zwischen dem Pico de la Nieve und dem Roque de los Muchachos liegen.
Trotz des leichten Regen von 2,7l/m² (Ostseite) in den vergangenen Tagen, kann es auf den Bergen trocken sein. Ein kräftiger Südwind heute, treibt dann schnell ein Feuer an.
Weitere Nachrichten liegen noch nicht vor. Ich bleibe am Ball.

Freitag, 17. August 2012

Extreme Waldbrandgefahr und Feuerwerk


 Überall Waldbrände auf den Kanarischen Inseln. Feuer auf Teneriffa, La Gomera und auch auf La Palma. Nur mit großem Einsatz ist man zur Zeit in der Lage diese Brände unter Kontrolle zu bringen. Löschflugzeuge werden zusätzlich aus Festlandspanien und Marokko geholt. Wertvolle Flächen, halbe Nationalparks und unzählige Häuser sind bereits abgebrannt. So trocken wie zur Zeit war es schon seit Jahrzehnten nicht mehr - und die extreme Feuergefahr besteht weiter, so vor einigen Tagen unsere Cabildo Präsidentin Guadelupe Tano. Brandgefahr und Feuerwerk - das passt nicht zusammen, denkt man. Wie ein Blitz bin ich gestern aus  meinem Sessel heraus geschnellt als ich sehen musste, wie vor meiner Nase um 21.45 Uhr ein Feuerwerk abgebrannt wurde (Foto). In Brena Alta auf dem Mirador de la Conception. Ignoranz, Dummheit oder nur Risiko - Nein "Tradition". Das muß man nicht verstehen. Alles offiziell und genehmigt. Hier stehen wohl keine Kiefern, aber das Buschwerk und das Gras ist genauso Strohtrocken wie die Wälder. Wie schnell sich ein Brand zum Inferno ausweiten kann, das haben wir erst vor einigen Tagen im Valle Gran Rey auf La Gomera miterlebt. Auch hat man auf La Palma so seine Feuerwerkerfahrung. Der große Waldbrand 2009 in Fuencaliente bei dem über 20 Häuser abgebrannt sind, soll auch durch eine Feuerwerkrakete ausgelöst worden sein. Noch wird aber ermittelt.
... und so lange geht einfach die Tradition vor.

Dienstag, 14. August 2012

Feuer auf La Palma ?

NEWS:
18.29 Uhr - sicher ist jetzt nur, daß ein oder sogar zwei Hubschrauber wieder zurück sind. Ob ihre Aufgabe auf La Gomera erledigt war oder ob sie als Vorsichtsmaßnahme zurück beordert wurden, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich waren es Kontrollflüge in die Berge. Auch aus La Sabina wurde mir bestätigt, daß weder Aktivitäten noch Rauch zu erkennen seien. Besser so als anders. Falls noch etwas Neues bekannt wird - melde ich mich.

Seit 12.00 Uhr fliegt unser Hubschrauber vom Flugplatz ununterbrochen mit gefülltem Löschsack in die Berge.
Tröstlich zu wissen, daß zumindest wieder ein Hubschrauber zurück auf der Insel ist. Da er nicht ohne Grund die Berge anfliegt, lässt die Aktion auf ein Feuer schließen.
Rauch ist von der Ostseite nicht auszumachen. Das vermutete Brandgebiet liegt etwas südlich des Brandherdes von vorletzter Woche.
Offizielle Meldungen gibt es nicht.
Das hätte jetzt gerade noch gefehlt. Das Wetter spielt wohl heute mit - normale Temperaturen, über 60 % Luftfeuchtigkeit und Nordost Wind  -, aber ein Großteil unserer Löschtrupps ist noch auf Nachbarschaftshilfe in La Gomera.

Montag, 13. August 2012

Flammen-Inferno auf La Gomera

NEWS:
11.03 Uhr - ein Augenzeuge berichtet: das Feuer in Valle Gran Rey ist angeblich Nähe Centro Salud gestoppt worden. Ich habe bis ca 3 Uhr immer wieder Explosionen gehört. Wahrscheinlich Gasflaschen. Hier unten ist ein riesiger Menschenauflauf, weil wir um 1 Uhr alle die Häuser räumen sollten. Ich hoffe, dass keine Löschflugzeuge auch kein Feuer bedeutet. Sobald man mehr erfahren kann gebe ich Bescheid.
12.17 Uhr - alles weitere direkt auf dem La Gomera-Blog: http://gomera1.blogspot.com.es/

Große Sorge macht das Feuer auf der Nachbarinsel La Gomera das immer noch außer Kontrolle ist. Insgesamt sind inzwischen 7 Hubschrauber und 3 Löschflugzeuge im Einsatz und mehrere Hundert Feuerwehrleute sowie die UME (Unidad Militar de Emergencia) aus Teneriffa. Primär versucht man im Moment ein übergreifen der Flammen auf Vallehermoso im Norden und andere Wohngebiete am Rande des Nationalpark Garajonay zu schützen. 2500 Anwohner mussten bereits evakuiert werden. Knapp 3640 ha Wald- und Weideflächen wurden vom Feuer bisher überrannt (Foto: RTVC). Das Epizentrum hat laut Gobierne de Canarias eine Größe von 5 x 2 Kilometer. Durch die tiefen Schluchten und Barrancos ist ein effektives Löschen oft nur aus der Luft möglich. Weitere Löschflugzeuge wurden in Madrid angefordert und sollen bereits auf dem Wege sein. Ebenso eine Löschbrigade des Militär aus Sevilla.
Das bisherige Ausmaß des Feuers auf der Grafik des Gobierno de Canarias. Weite Teile des Nationalpark sind bereits davon betroffen.


"Es stellt sich jetzt natürlich auch die Frage warum hat man nicht rechtzeig Vorsorge getroffen. Diese Brände waren nach dem trockenen Winter vorher sehbar und viele Menschen sprachen bereits seit März 2012 darüber. Also - keine echte Überraschung. Daß man erst vor wenigen Tagen die hier bereits eingesetzten Löschflugzeuge nach Madrid zurück beordert hat, lag nicht an der Kanarischen Regierung. Paulino Rivero, der Kanarenpräsident hatte mehrfach versucht die Flugzeuge hier zu behalten. Gegen die Entscheidung der Zentralregierung in Madrid war er aber machtlos. Dadurch gingen 2 Tage wertvolle Zeit verloren.

Anders sieht es jedoch mit den nicht fertiggestellten und nicht reparierten Wasserbecken aus. Das sind nicht nur Bewässerungbecken für die Landwirtschaft, sondern die ersten Anflugstellen für die Löschhubschrauber. Wie dieses leere Becken im Südosten des Nationalpark auf La Gomera (Foto: Harry Brand - Danke). Das gleiche Beispiel gibt es hier auf La Palma. Unser größtes Becken die "Lagune de Barlovento" ist bereits seit 1,5 Jahren ohne Wasser. Nun müssen die Hubschrauber längere Wege zurück legen um an Wasser zu kommen. Wertvolle Zeit geht so verloren.
Sollte es nicht die erste Pflicht jeden Politikers sein, lebenserhaltende und damit lebensrettende Projekte zu Ende zu führen bevor wieder ein Prestigeprojekt ohne großen Nutzwert, wie etwa das Kongresszentrum von El Hierro oder die neue Playa in Santa Cruz de La Palma für 32 Millionen Euro (auf La Gomera gibt es sicher auch solche Projekte) gebaut werden.
Es ist ein Trauerspiel mit welcher Arroganz und Blindheit viel EU Geld verprasst und verschleudert wurde das heute fehlt.
Wollen wir jetzt nur hoffen, daß nicht noch zusätzlich Brände auf El Hierro oder La Palma ausbrechen. Auf Teneriffa brennt es ja auch bereits seit 2 Tagen wieder. Alle unsere Hubschrauber sind auf La Gomera und können einen Entstehungsbrand hier nicht gleich bekämpfen.
Stehe uns Gott oder besser unsere Virgen de Las Nives bei, daß es nicht so weit kommt.

Donnerstag, 9. August 2012

Feuer gelöscht

Auch den zweiten Wald- und Flächenbrand in diesem Jahr haben wir gerade noch glimpflich überstanden. Es gab laut Cabildo Präsidentin Guadelupe Tano keine Gebäudeschäden, nur Leichtverletzte und acht Weidetiere wurden getötet. Sie empfiehlt in Wohngebieten alles überflüssige trockene Gestrüpp zu entfernen, da weitere Brände bei der Trockenheit nicht ausgeschlossen werden können.
Gestern wurden von den Löschhubschraubern noch kleine immer wieder aufflackernde Restbrände bekämpft. Heute ist Ruhe und kein Helikopter in der Luft.
Die drei gelben Löschflugzeuge Canadair standen am Mittwoch Morgen aufgereiht auf dem Flugplatz. Am Abend waren sie verschwunden. Ob sie weiter nach La Gomera oder zu ihren Heimatstützpunkten nach Festlandspanien geflogen sind, vermag ich nicht zu beurteilen.

Der Schreck und Schock des Brand sitzt tief. Vor allem in Mazo und hier in den direkt betroffenen Ortsteilen Tigalate und Montes de Luna ist er weiter Gesprächsthema.
Man muß kein Hellseher sein um vorherzusagen, daß die Gefahr weiterer Brände akut besteht. Es hat nicht - oder in Brena Alta nur einige Tropfen geregnet. Schon für das kommende Wochenende ist eine neue Hitzewelle im Anmarsch. Wenn dann noch Calima mit seiner sehr geringe Luftfeuchtigkeit dazu kommt stehen die Chancen 50:50 oder noch schlechter, daß irgendwo auf der Insel der nächste Brand ausbricht.
Die Löschmannschaften sind geübt und die Feuer-Überwachung der Insel funktioniert. Es bleibt dann nur zu hoffen, daß die Flugzeuge auch schnell wieder zur Stelle sind und man nicht Tage auf die Flächenflugzeuge warten muß.
Aber auch in Andalusien besteht Feuergefahr und die wenigen vorhandenen Maschinen müssen sinnvoll platziert werden. Keine leichte Aufgabe, eine Provinz wird sich immer benachteiligt fühlen. In Festlandspanien werden übrigens auch Hubschrauber einer deutschen Firma aus Ahlen eingesetzt. Dazu habe ich einen Bericht im "Die Glocke" gefunden.

Dienstag, 7. August 2012

Feuer - Wetterwechsel hilft

NEWS:
Das Feuer um den Nambroque ist unter Kontrolle oder wie es in den offiziellen Statements heißt "Stabilisiert".
Ein Verbündeter ist überraschender Weise eingetroffen - das richtige Wetter. Auf der Ostseite hat es in der vergangenen Nacht sogar etwas geregnet. Nicht viel - aber 1Liter/m² zeigte mein Regenmesser am Morgen an. In den Höhenlagen um die Brandstelle dürfte allerdings kein Regen gefallen sein. Die erhöhte Luftfeuchtigkeit von 59 % und die kühleren Temperaturen 21,9°C (um 10.00 Uhr) macht es dem Feuer schwer und den Löschmannschaften leichter den Brand zu löschen.
Noch stehen Flächen wie auf dem Bild der RTVC in Flammen. Die Löschflugzeuge konnten aber gestern entscheidend in den Kampf eingreifen und das Brandgebiet eingrenzen. Gerade die Canadair Flächenflugzeuge - am Morgen waren es drei, am Nachmittag noch ein Flugzeug - konnten auf der Hochebene ihre Trümpfe ausspielen. Für die Piloten war es nicht einfach bei wolkenverhangener Sicht zu fliegen. Die Maschinen mussten sich erst auf der Ostseite über dem Meer in große Höhen schrauben um dann über der Wolkenschicht den Brandherd ansteuern zu können. Nicht ganz ungefährlich, aber dies ist ihr Job.
Heute Morgen verziehen sich erst langsam die Wolken. Bisher konnte ich noch kein Flugzeug bzw. Hubschrauber ausmachen. Ich denke aber, daß bis Mittag auch wieder Flugzeuge eingesetzt werden können.
Bisher erstreckt sich das Brandgebiet über eine Fläche von 1500 bis 1700 Hektar. Die Zahlen variieren. Auch auf La Gomera meldet man Erfolge. Dank des Wetters und des unermüdlichen Einsatzes der Löschmannschaften und deren Geräte sieht man Land und ist laut einer Pressekonferenz heute Morgen optimistisch.

Montag, 6. August 2012

Canadair-Verstärkung bereits im Einsatz

NEWS:
13.54 Uhr - es scheint einen neuen Brand auf der Ostseite zu geben. Seit einer Stunde fliegen alle Hubschrauber eine Stelle oberhalb von San Isidro an. Rauch ist nicht zu erkennen. Das Gebiet liegt an einem Steilhang an der Verbindungsstraße nach El Pilar in Nähe des alten Pferdehofes.
17.00 Uhr - das Feuer oberhalb von San Isidro scheint gelöscht zu sein. Keine weitere Aktivität mehr zu beobachten. Zur Zeit fliegt nur ein Canadair Löschflugzeug seine Runde in die Berge. Der Nambroque hängt verdeckt hinter einer Wolkenschicht und kann nicht beobachtet werden.
Seit dem Sonnenaufgang fliegen sie nun wieder. Zwei Canadair Löschflugzeuge die gestern Abend hier ankamen. Es sind die großen Canadair-Brummer die jetzt zum Einsatz kommen. 2009 hatten wir die etwas kleiner Flugzeugversion im Süden in Einsatz. Auch alle vier Hubschrauber schleppen ihre Wasserlast in die Berge. In der Nacht waren die immer wieder aufflackernden Feuer zu beobachten. Es konzentriert sich alles um den Berg Nambroque. Auch wird heute Morgen vom alten Flugplatz aus mit dem Gobierno Hubschrauber Material oder Personal in die Berge geflogen. Ich hoffe nicht, daß es Politiker auf Erkundungsreise sind.
Die Sicht auf den Brandherd ist heute Morgen (Foto) durch Wolken verdeckt. Auch die Flugzeuge scheinen damit ihre Probleme zu haben. Sie umkreisen ständig das Wolkengebilde um sich dann in die Wolkensuppe zu stürzen. Erfahrungsgemäß müssten die Gipfel frei sein, dies lässt sich von hier aus aber nicht beobachten. Das Feuer hat ganze Arbeit geleistet. Wie auf der Aufnahme unten von gestern Nachmittag bei Tigalate. Auf La Gomera brennt es mächtig. In der Nacht waren die Flammen und der Feuerschein von la Palma aus zu beobachten.

Sonntag, 5. August 2012

Tigalate und Montes de Luna gerettet

NEWS:

So sah um 19.00 Uhr der Blick von Brena Alta auf das Brandgebiet aus. Das Feuer wurde eingegrenzt und konzentriert sich nun auf die Hochebene um den Pico Nambroque und den Monte de la Morcilla. Für Tigalate und Montes de Luna kann Entwarnung gegeben werden. Das Feuer ist dort gelöscht. Bild links der Ausblick von Tigalate in die Berge.



Ich habe mir heute den Bereich um Tigalate angesehen. Überall noch rauchende Baumstämme und ein starker Brandgeruch in der Luft. Freunde berichteten mir, daß sie in der vergangenen Nacht kaum geschlafen hätten. Das Feuer kam bis auf 200 m an ihr Haus heran. Überall auflodernde Feuer und glühende Baumstämme. Der PKW stand startklar und gepackt mit den Haustieren und wichtigen Utensilien vor der Haustüre. Dank dem unermüdlichen Einsatz der Feuerwehrleute wurde das Haus und die Nachbarhäuser gerettet.




Die obere Verbindungsstraße Mazo - Fuencaliente diente als Brandschneise. Hier positionierte sich die Feuerwehr mit ihren Löschfahrzeugen und konnte erfolgreich ein Überspringen der Flammen verhindern. Nicht immer gelang dies - wie hier auf dem Bild.
Heute Nachmittag kam mit der Armas Fähre weitere Verstärkung aus Gando auf Gran Canaria an. Zwei weitere Löschzüge der UME mit ca. 20 Fahrzeugen wurden entladen und gleich ins Brandgebiet geschickt. Drei Canadair - Löschflugzeuge aus Sevilla sind inzwischen unterwegs. Das Erste müsste heute hier noch landen, der Rest dann Morgen.
Ob sie allerdings alle auf La Palma gebraucht werden, wird sich dann erst entscheiden. Auf La Gomera ist der Brand inzwischen völlig außer Kontrolle geraten und hat bereits den Nationalpark "Garajonay" erreicht. Die Rauchsäule war heute auch von La Palma aus zu sehen.


Wenn das Wetter weiter so mitspielt und heute Nacht kein kräftiger Wind aufkommt, dürfte bis morgen Nachmittag das Feuer unter Kontrolle sein. Bisher gab es kaum Gebäudeschäden. Einige leichtverletzte Helfer meist mit einer Rauchvergiftung mußten bisher behandelt werden.

Gott (Virgen de Las Nieves = unsere Inselheilige) war mit uns gnädig, daß daraus kein Inferno entstanden ist. Aber zwei Großbrände innerhalb weniger Wochen reichen auch - und der Sommer und die Trockenzeit ist noch lange nicht vorbei.

Feuer breitet sich nach Norden aus

NEWS:
Das Feuer breitet sich seit den Mittagstunden rasant nach Norden aus. Von Brena Alta sind deutlich die brennenden Kiefern zu erkennen. Den Roque Niquiomo hat die Feuerfront hinter sich gelassen und befindet sich jetzt bereits im "Llano de la Mosca". Weiter nördlich haben wir den Pico Birigoyo und El Pilar.
Die Verbindungsstraße LP-203 San Isidro - El Paso wurde bereits gesperrt.
Auch im Süden bei Montes de Luna steigt weiter schwarzer Rauch auf.

Zu allem Unglück hat man heute Morgen zwei Löschhubschrauber nach La Gomera geschickt um dort auszuhelfen. Die jetzt noch vorhandenen Hubschrauber sollen aber im Laufe des Tages Verstärkung durch ein Flächenflugzeug erhalten. Dieses Canadair-Löschflugzeug kommt aus Festlandspanien und ist im Anflug.

Jetzt wo es an allen Ecken brennt müssen natürlich die Kapazitäten dort eingesetzt werden wo am nötigsten Hilfe erforderlich ist. Primär werden zunächst Orte und Häuser geschützt, dann kommt erst der Wald dran. Es war aufgrund des trockenen Winter abzusehen, daß mit großer Sicherheit hier auf den Kanaren und damit auf La Palma, Brände ausbrechen werden.
Aufgrund der Wirtschaftskrise in Spanien wurde zwar an der Brandbekämpfung nicht gespart, aber auch keine großen Neuinvestitionen getätigt. Es fehlt einfach das Geld.

Das Feuer wütet weiter


Diese Aufnahmen entstanden heute Morgen gegen 8.30 Uhr von der Ostseite. Auch in der Nacht war heller Feuerschein und glutroter Himmel über den Brandstellen zu beobachten. Deutlich waren zwei Brandstellen zu erkennen. Eine Feuer bewegt sich auf der Ostseite auf Montes de Luna zu. Der zweite Brandherd den ich hier eingefangen habe liegt Richtung Cumbre (Bergrücken). Oberhalb des Roque Niquiomo (1348 m) der auf dem Foto wie eine Nase erscheint. Wie das Gobierno de Canarias (Kanarische Regierung) mitteilte würden alle Kräfte auf der Ostflanke konzentriert um ein Übergreifen auf den Mazo-Teilort Montes de Luna (Mondberge) zu verhindern. Auch stehe evtl. die Teilevakuierung dieses Ortes an.

Erschwerend kommt nun noch hinzu, daß gestern fast zeitgleich auf La Gomera ebenfalls ein Großbrand ausgebrochen sei. Aus den Orten Chipude und Imada im Norden, in der Gemeinde Vallehermoso, mussten bereits 400 Einwohner evakuiert werden.
Das erfordert nun die Aufspaltung der Hilfskräfte.

Weitere militärische Löschmannschaften sind bereits aus Sevilla in Festlandspanien in Marsch gesetzt worden.

Heute werden auf La Palma 6 Löschhubschrauber die Bodenmannschaften unterstützen. Seit Sonnenaufgang sind die Flugmotoren wieder zu hören.
Die Wetterlage sieht heute zur Brandbekämpfung besser aus. Seit Tagen gab es erstmals in den frühen Morgenstunden wieder Tau und die Luftfeuchtigkeit beträgt 63 % bei einer Temperatur von 23°C und mässigem Nordwestwind mit 4 km/h.

Die Straßen nach Süden sind weitgehend gesperrt, damit die Hilfskräfte nicht behindert werden.
Ein Übergreifen der Flammen nach Westen ist im Moment nicht zu befürchten, da oberhalb der Cumbre Brandstelle eine breite Schneise (Vulkanroute) mit wenig Bewuchs liegt. Sollte sich jedoch im Süden das Feuer über Montes de Luna hinaus ausbreiten, könnte ein ähnliches Szenario wie 2009 entstehen.
Wir sind aber guter Hoffnung, daß der Brand im Osten gestoppt wird und sich die Löschkräfte dann auf den Cumbre Feuerherd konzentrieren können.

Samstag, 4. August 2012

Alle Löschkräfte pausenlos im Einsatz

NEWS:
22.00 Uhr - das Feuer konnte bis zum Abend nicht begrenzt werden und breitet sich weiter aus. Bisher wurde eine Fläche von 850 ha vernichtet. 70 Bewohner wurden vorsorglich evakuiert. Zur Stunde treffen Einheiten der militärischen UME mit 24 Fahrzeugen im Hafen ein. Sie sollen die bereits eingesetzten Kräfte unterstützen bis morgen bei Tagesanbruch die Hubschrauber wieder fliegen können.


Alle verfügbaren Löschkräfte sind im Einsatz. Inzwischen wurde auch von der Kanarischen Gesamtregierung (Gobierno Canarias) die Einsatzleitung übernommen. 5 Hubschrauber, darunter auch der Kamov (links  Foto: RTVC) fliegen pausenlos zum Brandherd. In Marsch gesetzt wurde auch die "Unidad Militar de Emergencia" eine militärische Spezialeinheit für Katastrophen. Sie soll am Abend von Teneriffa kommend auf La Palma eintreffen. Dieser Trupp hat bereits 2009 sehr erfolgreich bei der Brandbekämpfung mitgewirkt und kennt sich aus. Bei Bedarf werden weitere Löschhubschrauber von anderen Inseln Morgen noch zusätzlich eingesetzt. Die jetzt dringend benöigten Löschflugzeuge befinden sich seit einer Woche wieder in Festlandspanien. Sie wurden nach der Brandbekämpfung auf Teneriffa wieder in ihre Heimatstützpunkte zurück beordert.

Die Rauchschwaden haben etwas nachgelassen. Dies mag mit dem Wind zusammen hängen und nicht die Lage vor Ort wieder spiegeln. Das Foto links wurde um 19.00 Uhr aus ca. 8 km Entfernung von San Pedro auf der Ostseite aufgenommen. Die Feuerfront bewegt sich im Augenblick auf den Süden Richtung Fuencaliente vor. Nach Osten bei La Sabina konnte sie erfolgreich gestoppt werden. Nur noch wenige Meter trennte die Feuerwalze von den ersten Häusern. Im Casa de Cultura "Las Andares" in Mazo wurde ein Notaufnahmelager und eine medizinische Notfall-Versorgung eingerichtet. Bisher mussten jedoch erst wenige Bewohner evakuiert werden. Sie kamen bei der Familie und Freunden unter.

Es bleibt jetzt einmal abzuwarten, wie weit der Brand bis zur Dunkelheit eingegrenzt werden kann. In der Nacht können keine Löschflugzeuge eingesetzt werden.

Brand dehnt sich nach Süden aus

NEWS:
16.11 Uhr - die Ansicht der Rauchschwaden von der Westseite aus El Paso um 14.30 Uhr. "Der Süden ist von meinem Fenster aus, richtig schwarz. Wir haben 38,4°C im Schatten" - schreibt mir Klaus Heil (vielen Dank).
15.28 Uhr - die Bewohner von Tigalate bzw. Tiguerorte sollen durch die Guardia Civil aufgefordert worden sein wegen der starken Rauchentwicklung ihre Häuser zu verlassen. Das Zentrum des Feuers liegt an den Hängen zum Montaña del Cabrito.
14.33 Uhr - Der Brand scheint sich weiter nach Süden auszubreiten. Immer neue schwarze Rauchwolken steigen auf. Das Zentrum dürfte oberhalb von Tigalate Richtung Montes de Luna liegen. Dort wo 2009 der große Waldbrand gewütet hat. Inzwischen kann man auch in den oberen Regionen von Brena Alta den Rauch riechen. Er zieht nicht nur über den Westteil der Insel, sondern wird auch auf der Ostseite in die Täler und Barrancos gedrückt. Vom Flugplatz starten pausenlos die Hubschrauber. Verstärkung von den Nachbarinseln ist bereits unterwegs. In einer Stunde soll auch der doppelrotorige russische Kamov auf der Insel eintreffen. Er kann bis zu 8000 Liter Löschwasser aufnehmen.
Die Temperatur liegt zur Zeit bei 30,3° bei 53 % Luftfeuchtigkeit. Der Wind weht mit 4,9 km aus Nordosten.
Offizielle Meldungen liegen noch nicht vor.

Waldbrand bei Mazo


... und die Löschhubschrauber fliegen wieder. Vor wenigen Stunden ist im Gemarkungsgebiet von Mazo ein sich schnell entwickelnder Waldbrand ausgebrochen.
Von einer kleinen Rauchsäule hat sich innerhalb von nur einer Stunde eine breitflächige Rauchwand aufgebaut. Auf dem Bild links ist San Isidro zu sehen. Der Brand liegt wahrscheinlich auf der Hochebene südlich des Hauptortes von Mazo. Ich bleibe am Ball und berichte sobald es etwas Neues zur Lage gibt.

Samstag, 21. Juli 2012

Verbrannte Erde und die Folgen

NEWS:

Nach dem Waldbrand bei El Paso. Zurück bleiben verbrannter Boden, angekohlte Baumstämme und ein aufdringlicher Brandgeruch. Eine fast tote Gegend die das Ausmaß des Feuers sichbar macht. Eine Wanderung durch dieses Landschaft ist im Moment nicht besonders reizvoll. Interessant vielleicht, wenn wir die gleiche Ansicht in einem Jahr wieder zu Gesicht bekommen. Viele Kiefern werden neu Austreiben und der Boden ist wieder begrünt. Das ist die Überlebensstrategie unserer Kiefer.
Vielleicht kann ich Klaus Heil der freundlicherweise diese Fotos zur Verfügung gestellt  hat überzeugen, nächstes Jahr an den gleichen Stellen nochmals den Auslöser zu betätigen. 

Auch wenn keine Touristenhotels von dem Brand betroffen waren - die liegen alle abseits am Meer mit wenig Bewuchs - stellt sich grundsätzlich die Frage: "Kann ich von einem gebuchten Urlaub bei einem größeren Waldbrand zurück treten."
Dazu habe ich in Focus.de einen interessanten Beitrag gefunden:

Wer angesichts der Waldbrände auf den Kanaren seinen Urlaub dort stornieren will, muss zahlen. Denn Angst ist kein Grund, von der gebuchten Pauschalreise gratis zurückzutreten.
40 Grad Hitze und kein Regen in Sicht: Die Hitzewelle im Mittelmeerraum und auf den Kanaren führt zu großen Waldbränden. Auf den Kanaren mussten bereits Einwohner evakuiert werden. Dennoch können Urlauber trotz der Brände auf Teneriffa und La Palma nicht einfach ihre Reise kostenlos stornieren oder umbuchen. „Wenn nicht gerade Rauchschwaden über das Urlaubsgebiet ziehen, gibt es keine Möglichkeit einer Stornierung“, sagt der ausgewiesene Reisejurist Ronald Schmid... weiterlesen